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Archiv
März 03
31. März 2003 - ÖKO-TEST Eier: Ach, Du dickes Ei! (Öko-Test) Das hat uns so kurz vor Ostern noch gefehlt: In 18 von 30 untersuchten Eiern fanden die vom Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST beauftragten Labore einen Farbstoff, der Sehstörungen auslösen kann. Den vollständigen Test gibt es in der aktuellen April-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins. Das Heft ist jetzt im Handel erhältlich. Man kann es kaum glauben, aber die Eierproduzenten färben mit dem Farbstoff Canthaxanthin Eigelbe noch gelber, als sie von Natur aus sind. Angeblich will das der Verbraucher so, argumentieren sie. Doch Tatsache ist: E 161g, wie der Farbstoff auch heißt, ist in Bräunungspillen bereits verboten und auch für Futtermittel hat die EU die zulässigen Höchstgehalte drastisch reduziert, weil die Substanz gesundheitliche Probleme bereiten kann. Die gute Nachricht: In keiner Eierprobe wurden Salmonellen oder Antibiotika nachgewiesen. Auch die Kennzeichnung war in Ordnung. 26. März 2003 - Zahl der Versuchstiere auf mehr als zwei Millionen gestiegen Berlin (dpa) - Die Zahl der Versuchstiere ist im fünften Jahr in Folge gestiegen und liegt inzwischen bei mehr als zwei Millionen. Nach dem am Mittwoch in Berlin vorgestellten Tierschutzbericht der Bundesregierung wurden im Jahr 2001 rund 2,13 Millionen Tiere Opfer von Versuchen im Dienste von Wissenschaft und Forschung. Das sind fast 300 000 mehr als im Jahr zuvor und damit so viele wie seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr. Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) kündigte Maßnahmen zur Reduzierung von Tierversuchen an. Sie betonte, Tierversuche müssten auf das unerlässliche Maß beschränkt werden. Dafür werde sie die Anerkennung von Ersatzmethoden und den Aufbau einer Tierversuch-Datenbank vorantreiben. Mit der Aufnahme ins Grundgesetz vergangenen Sommer habe sich der Stellenwert des Tierschutzes deutlich erhöht. Nach Hennen sollen künftig auch Schweine und Pelztiere mehr Platz im Stall bekommen. Die Vorbereitungen für entsprechende Verordnungsentwürfe seien in der Abschlussphase, sagte Künast. Bei Masthühnern und Puten setze sich die Bundesregierung dafür ein, die Haltung EU-weit zu verbessern. Außerdem sollten Transportbedingungen insbesondere für Schlachttiere verbessert werden. Auch nach Ansicht von Tierschutzbund-Präsident Wolfgang Apel hat sich die Situation seit der Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz verbessert. Beim Schächten hätten die meisten Landesregierungen die Behörden veranlasst, die umstrittene Schlachtmethode nur noch in seltenen Ausnahmefällen zu genehmigen. Allerdings stünden bei der Genehmigung von Tierversuchen solche Maßnahmen noch aus, beklagte Apel kurz vor Vorlage des Berichts. Vom Beginn der Datenerhebung 1989 an bis zum Jahr 1997 war die Zahl der Versuchstiere gesunken, seitdem steigt sie wieder an. Künast führte den Zuwachs auf die biologische Grundlagenforschung zurück. Die meisten der dort eingesetzten Tiere hätten der Erforschung von menschlichen Krankheiten gedient. Mehr als 2100 Affen mussten 2001 für Versuchszwecke leiden, darunter allerdings wie auch in den Jahren zuvor keine Menschenaffen. 4430 Hunde und 648 Katzen wurden Opfer von Tierversuchen. Mit mehr als einer Million waren fast die Hälfte der Versuchstiere Mäuse, gefolgt von Ratten (gut 500 000) und Fischen (mehr als 300 000). Nach dem Bericht kam es im Jahr 2001 zu mehr als 1150 Urteilen wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz - das waren knapp 100 weniger als im Jahr 2000 und in etwa so viele wie in den Jahren zuvor. Nach Ansicht Apels deuten erste schärfere Urteile bei Tierschutzvergehen seit der Grundgesetzänderung darauf hin, "dass der neue Verfassungsauftrag Ernst genommen wird". Die Bundesregierung appelliert in dem Bericht an Heimtierhalter, sich dem nun im Grundgesetz verankerten Ziel des Tierschutzes verpflichtet zu fühlen und die Bedürfnisse der privat gehaltenen Tiere zu berücksichtigen. Der Tierschutzbund sprach sich für neue Bestimmungen von Bund und Ländern im Heimtierbereich aus. Die Grünen teilten mit, sie planten in der kommenden Woche Gespräche mit Tierschutzverbänden, in denen es um die Umsetzung des Staatsziels Tierschutz gehen solle. Im Mittelpunkt stünden die Haltungsbedingungen von Zirkus-, Zoo- und Haustieren. Die CDU/CSU-Fraktion erklärte, die größten Verbesserungen beim Tierschutz seien während der Regierungszeit der Union erfolgt. Die FDP fordert Künast auf, beim Tierschutz auf nationale Alleingänge zu verzichten. 26. März 2003 - Protest gegen Eier aus Käfighaltung: Aldi unterliegt vor Gericht Duisburg (dpa) - Im Streit um Proteste gegen Käfighaltung hat die Aldi Einkauf GmbH (Süd) vor dem Duisburger Landgericht am Mittwoch eine Niederlage einstecken müssen. Mehrere Tierschutzorganisationen hatten dem Lebensmittelkonzern vorgeworfen, Eier aus Käfighaltung zu verkaufen und so mit Tierquälerei gewissenlos Geschäfte zu machen. Gegen die geplante Verbreitung eines entsprechenden Flugblattes wollte sich Aldi mit einer Einstweiligen Verfügung zur Wehr setzen. Laut Urteil der 3. Zivilkammer sind die Inhalte jedoch vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt, weil ein sachlicher Bezug zum Tierschutz hergestellt worden sei. Auf dem Flugblatt der verklagten Tierschutz-Organisationen unter dem Dach der Initiative "Handeln mit Gewissen" waren auch die Gründer der Aldi-Märkte, Karl und Theo Albrecht, abgebildet worden. Dies ist nach Ansicht der Duisburger Richter zulässig. "Wer auf einem Berg steht und meistens auch dann noch Sonne hat, wenn unten im Tal schon Schatten ist, muss es ab und zu auch mal hinnehmen, dass oben ein scharfer Wind weht", sagte Kammervorsitzender Dirk Struß. Um das Thema Käfigeier wieder in die Öffentlichkeit zu bringen, hätten sich die Tierschützer Galionsfiguren ausgesucht. Die Anwälte von Aldi Süd hatten das Unternehmen und die Firmengründer in unzulässiger Art an den Pranger gestellt gesehen. Vor Gericht sagten Aldi-Anwalt Dr. Notker Lützenrath zum Verkauf der Eier aus Käfighaltung: "Der Verbraucher will einfach billigere Ware." "Unser Traum wäre es, wenn Aldi den Verkauf von Käfigeiern aufgeben würde", betonte dagegen der Anwalt der Initiative "Handeln mit Gewissen", Wolfgang Schindler, nach der Urteilsverkündung. Umgehende Aktionen seien nach dem juristischen Erfolg jedoch nicht geplant. Die Anwälte des Handelskonzerns behielten sich vor, gegen die Duisburger Entscheidung Berufung einzulegen. In einem ähnlichen Verfahren hatte die Aldi Einkauf GmbH (Nord) vor dem Essener Landgericht Anfang des Jahres noch einen Teilerfolg verbucht. Ohne öffentliche Verhandlung wurde den Tierschützern der verbale Angriff auf die Albrecht-Brüder untersagt. Gegen dieses Urteil haben die Tierschützer Widerspruch eingelegt. 26. März 2003 - Künast kündigt neue Verordnung für Schweinehaltung an Berlin (epd). Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) hat für die nächsten Wochen eine neue Verordnung für die Schweinehaltung angekündigt. Bei der Vorstellung des Tierschutzberichtes 2003 sagte die Ministerin am Mittwoch in Berlin, die bestehende EU-Richtlinie für die Schweinehaltung sei überholt. In Vorbereitung sei außerdem eine Vorschrift für die Haltung von Pelztieren, so Künast. In der neuen Verordnung werde es zum Beispiel Vorschriften über die Größe von Liegeflächen für Schweine geben. Eine verbesserte Haltung von Nutztieren könne das Vertrauen der Verbraucher in Agrarprodukte stärken und sei daher auch im Sinne der Landwirte, sagte Künast. Auch die Transportzeiten für Schlachtvieh müssten weiter verkürzt werden. Fahrzeuge müssten so gebaut sein, dass Tiere auf den Ladeflächen gefüttert werden könnten und die Belüftung verbessert werde, sagte die Ministerin. Künast betonte die Notwendigkeit, Tierversuche stärker als bisher zu vermeiden. Nach dem Tierschutzbericht ist die Zahl der Versuchstiere in Deutschland von 1,8 Millionen im Jahr 2000 auf über 2,1 Millionen 2001 gestiegen. Der Anstieg sei mit der Ausweitung der biologischen Grundlagenforschung zu erklären, sagte Künast. Die Ministerin kündigte den Aufbau einer Datenbank zur Registrierung von Tierversuchen an. Wissenschaftler könnten dann sehen, welche Versuche es gebe und Doppelungen vermeiden. Der Tierschutzbericht wird von der Bundesregierung alle zwei Jahre vorgelegt. 21. März 2003 - Geflügelpestgeschehen in den Niederlanden noch nicht abgeschlossen (BMVEL) Das Geflügelpestgeschehen im Gebiet Geldersetal in den Niederlanden ist noch nicht zum Erliegen gekommen. Die Anzahl der amtlich bestätigten Fälle hat sich inzwischen auf 65 erhöht. Weitere 37 Betriebe (Stand: 20.03.2003) stehen unter starkem Verdacht. Die dort beste-hende "Transportbannzone" ist mehrmals vergrößert worden. Verdachtsfälle in anderen Regi-onen der Niederlande konnten bisher nicht bestätigt werden. Damit scheint es den niederlän-dischen Behörden gelungen zu sein, das Seuchengeschehen auf eine Region begrenzt zu hal-ten. Der Ständige Ausschuss für die Tiergesundheit bei der EU-Kommission hat am 18.03.2003 eine Verlängerung der Schutzmaßnahmen, die insbesondere eine Ausbreitung der Geflügelpest in andere Teile der Niederlande und andere Mitgliedstaaten verhindern sollen, bis zum 27.03.2003 zugestimmt. Damit ist u.a. das Verbringen von lebendem Geflügel und Bruteiern aus den Niederlanden in andere Mitgliedstaaten weiterhin untersagt. Die Niederlan-de haben darüber hinaus festgelegt, dass keine Konsumeier aus den gesperrten Gebieten in den innergemeinschaftlichen Handel gehen. Die Bundesregierung steht mit den Bundesländern in engem Kontakt um eine Ausbreitung der Seuche nach Deutschland zu verhindern. Die Bundesländer halten bis auf Weiteres ihre Vor-sichtsmaßnahmen aufrecht. So stehen in einigen Ländern noch Geflügelbestände unter amtli-cher Beobachtung, weil sie in den letzten Wochen vor Ausbruch der Seuche mit Küken oder Bruteiern aus den Niederlanden beliefert worden sind. Ein Geflügelpestverdacht in Belgien hat sich nicht bestätigt, so dass die von der EU-Kommission getroffenen Schutzmaßnahmen mit Datum vom 19.03.2003 wieder aufgehoben werden konnten. Die Bundesregierung hat den Niederlanden weiterhin ihre Unterstützung bei der Bekämpfung der Geflügelpest zugesichert. 20 März 2003 - Zahlreiche Tierschutz-Verstöße bei Zirkussen Berlin (ddp-bln). Bei in Berlin gastierenden Zirkussen wurden in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 65 Verstöße gegen den Tier- und Artenschutz festgestellt. Dabei wurden vier Rhesusaffen und vier Braunbären beschlagnahmt, teilte Gesundheits-Staatssekretär Hermann Schulte-Sasse auf eine parlamentarische Anfrage mit. In vier Fällen wurden Bußgelder verhängt. Die häufigsten Verstöße waren fehlende Innengehege mit Freilauf für Elefanten, fehlende Außengehege für Raubkatzen und Bären beziehungsweise zu kleine Tiergehege und Terrarien. Zudem wurden Hunde, Pferde, Kamele, Ziegen und Elefanten häufig nur angebunden gehalten. Außerdem stellten die Kontrolleure häufig eine unzureichende Pflege von Tieren, mangelhaft geführte Bestandsbücher und fehlende Artenschutzdokumente fest. 19. März 2003 - Greenpeace: Patent auf Rattenmilch in Babynahrung (Greenpeace) Greenpeace protestiert heute vor dem Europäischen Patentamt in München gegen die Vergabepraxis bei Patenten in der EU. Die Umweltschützer diskutieren mit dem Verwaltungsrat des Amtes über Patente auf Leben. Eines der im vergangenen Jahr erteilten Patente umfaßt genmanipulierte Kamele, Kühe, Ratten und Schweine, deren Milch, inklusive der Babynahrung, die aus der Milch hergestellt werden soll (EP 625197). Andere Patente wurden auf die Züchtung von Weizen, mit oder ohne Gentechnik, erteilt. Außerdem vergab das Amt weitreichende Patente auf menschliche Gene. "Der Patentwahnsinn läuft weiter wie geschmiert. Der Verwaltungsrat des Amtes hat es zu verantworten, dass Patente auf Leben erteilt werden. Diese Vergabepraxis muss gestoppt werden," fordert der Patentexperte von Greenpeace, Christoph Then. Mittlerweile gelten die in München erteilten Patente auf Leben in 27 Ländern auf dem europäischen Kontinent. Dabei hat die Patentvergabe auf Leben keine ausreichende gesetzliche Grundlage. "Das Europäische Patentamt ist politisch weitgehend außer Kontrolle geraten," kommentiert Then die Entwicklung. Greenpeace lehnt Patente auf Leben ab. Leben ist keine Erfindung, Nutzungsrechte dürfen daher auch nicht per Patent vergeben werden. Insgesamt hat das Europäische Patentamt im vergangenen Jahr 115 Patente auf menschliches Erbgut, 38 Patente auf Saatgut und Pflanzen und elf Patente auf Tiere vergeben. Für das Patentverfahren wurden neu angemeldet: 505 Patente auf Tiere, 311 Patente auf Pflanzen und 2096 Patente auf Gene von Mensch und Tier. Das Amt stützt sich bei seiner Patentvergabe auf eine höchst umstrittene Richtlinie der EU, die für viele der Mitgliedsländer des Patentamtes wie die Schweiz, die Türkei oder Bulgarien gar nicht vorgesehen war. Zudem wurde die Richtlinie bisher nur von einer Minderheit der EU Länder umgesetzt. Die Aktivisten übergeben dem Verwaltungsrat auch eine Dokumentation von Stellungnahmen gegen Patente auf Leben. Die Liste umfaßt zahlreiche politische Institutionen wie das Europäische Parlament und den Europarat, Organisationen wie Europäische Ärzte- und Bauernverbänden. Auch in Ost- und Zentraleuropa wächst die Kritik: Die katholische Kirche in Polen sowie die Umweltverbände in Ungarn melden neuerdings ihren Protest gegen Patente auf Leben an. 19. März 2003 - Tierschutzpreis 2003 Mainz (ddp-rps). Das rheinland-pfälzische Umweltministerium schreibt auch für dieses Jahr wieder einen Tierschutzpreis aus. Wie Ministerin Margit Conrad (SPD) am Mittwoch in Mainz mitteilte, soll mit der Auszeichnung besonderer ehrenamtlicher Einsatz oder ein vorbildlicher Einzelbeitrag für den Tierschutz gewürdigt werden. Conrad zufolge können Vereine, Verbände und Gruppen, die in die Anlage der Geschäftsordnung des Tierschutzbeirates aufgenommen worden sind, sowie weitere ehrenamtliche Vereine in diesem Bereich ihre Vorschläge bis zum 30. Juni dieses Jahres beim Ministerium einreichen. Auch der Tierschutzbeirat des Landes, zuständige Behörden und das Umweltressort seien vorschlagsberechtigt. Laut Ministerium müssen die Preisvorschläge Angaben zur Person oder Institution enthalten sowie zur Art des ehrenamtlichen Einsatzes oder des vorbildlichen Einzelbeitrages. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury aus Vertretern des Beirats und des Ministeriums. 17. März 2003 - Hunde bringen Millionen in Steuerkasse Erfurt (ddp-lth). Die Hundesteuer hat den Kommunen im Freistaat im vergangenen Jahr rund 4,9 Millionen Euro eingebracht. Das waren 300 000 Euro oder 5,4 Prozent mehr als im Jahr 2001, wie das Landesamt für Statistik am Montag in Erfurt mitteilte. Insgesamt habe sich das Aufkommen an den so genannten Bagatellsteuern auf 10,1 Millionen Euro belaufen, ein Zuwachs an 400 000 Euro oder 3,7 Prozent. Diese Steuern machten aber nur 1,6 Prozent der Steuereinnahmen der Kommunen aus. Der Löwenanteil entfiel bei den Bagatellsteuern auf die Vergnügungssteuer mit 5,0 Millionen Euro. Dabei mussten die Städte und Gemeinden ein Minus von 0,9 Prozent hinnehmen. Vergnügungssteuern wurden den Angaben zufolge von 292 Thüringer Gemeinden erhoben, 18 weniger als im Jahr 2001. Hundesteuern erhoben 1017 Gemeinden. 12. März 2003 - Jetzt wandern die Kröten - Langsam fahren Kiel (epd). Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat an Autofahrer appelliert, jetzt wieder auf Straßen überquerende Kröten zu achten und langsam zu fahren. "Wenn die Amphibien die Straßen kreuzen müssen, werden leider Hunderte dieser nützlichen Tiere totgefahren", beklagte am Mittwoch Naturschutzreferent Martin Marquardt vom Landesverband Schleswig-Holstein. Die Wanderung von Kröten, Fröschen und Molchen aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern habe in diesen Tagen begonnen. Autofahrer sollten jetzt auf Warnschilder achten und nicht schneller als Tempo 30 im Bereich der Krötenwanderwege fahren, so der BUND. Die Amphibien würden zu stark bedrohten Arten gehören. Marquardt: "Dabei nehmen sie als Vertilger von Insekten und Schnecken und als Beute für viele andere Tiere einen wichtigen Platz im Naturkreislauf ein." 11. März 2003 - Neue Kosmetikrichtlinie Berlin (AP) Tierschutz und Verbraucherschutz werden mit der seit Dienstag geltenden Kosmetik-Richtlinie der Europäischen Union ausgedehnt. Bundesverbraucherministerin Renate Künast kündigte an, die Richtlinie zügig in deutsches Recht umzusetzen. Die Regelung verbietet Tierversuche für Schönheitsprodukte und ihre Bestandteile spätestens dann, wenn auf EU-Ebene alternative Testmethoden zugelassen werden. Produkte, die an Tieren getestet wurden, sollen nicht mehr verkauft werden dürfen. In Kosmetika sind laut Richtlinie künftig Stoffe verboten, die nach chemikalienrechtlichen Bestimmungen als krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft sind. Riechstoffe, die allergische Reaktionen auslösen können, müssen künftig in der Liste der Bestandteile angegeben werden. Bei länger haltbaren Produkten muss angegeben werden, wie lange sie nach dem Öffnen der Verpackung noch verwendet werden können. Künast sagte, mit der Richtlinie setze die EU ein deutliches Zeichen, dass dem Tierschutz en hoher Stellenwert zukomme. In Deutschland bestehe bereits ein generelles Verbot von Tierversuchen bei der Entwicklung kosmetischer Mittel. Die Verbesserung der Informationen über Kosmetika diene dem vorbeugenden Gesundheitsschutz. 8. März 2003 - Mehr Tierschutz bei Pelztierhaltung erforderlich Potsdam (ddp-lbg). Eine Ausdehnung des Tierschutzes bei der Pelztierhaltung ist laut brandenburgischem Agrarministerium dringend geboten. Das Land unterstütze eine entsprechende Initiative des Bundesverbraucherschutzministeriums, sagte Agrarminister Wolfgang Birthler (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage. Allerdings stehe eine wissenschaftlich begründete Stellungnahme noch aus, die bestimmte Haltungsanforderungen formuliert. Laut Birthler gibt es in der Mark eine Pelztierfarm, in der gewerbsmäßige Nerzhaltung betrieben wird. Die Anlage in Frankenförde habe eine Kapazität von 2600 weiblichen Zucht- und 13 700 männlichen Jungtieren. Birthler zufolge kontrollierte das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt die Anlage im vergangenen Jahr vier Mal. Verstöße gegen das Tierschutzgesetz seien nicht festgestellt worden. 7. März 2003 - Tierschutzverbände fordern Verbandsklagerecht Kiel (epd). Tierschützer aus dem gesamten Bundesgebiet haben Schleswig-Holsteins Umweltminister Klaus Müller (Grüne) den Rücken gestärkt und ein Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände gefordert. Zugleich ist am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung der Grünen in Kiel die jüngst beschlossene Landtagsinitiative von SPD und Grünen begrüßt worden, die das Verbandsklagerecht möglichst auf Bundesebene fordert. Wenn dies auf Bundesebene nicht durchsetzbar sei, solle das Klagerecht für das Land Schleswig-Holstein realisiert werden, sagte Detlef Matthiesen als tierschutzpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagfraktion. Nachteil dabei wäre, dass anerkannte Tierschutzverbände dann nur gegen Vorhaben im Land wie den Bau einer Legehennen-Fabrik klagen könnten. Wird der Bau in ein anderes Bundesland ohne Verbandsklage verlegt, ist der Protest verpufft. Eine Bundesregelung ist einer Länderregelung vorzuziehen, betonte auch Tierschutzreferent Thomas Bauer vom Umweltministerium. Dies sei die Position von Umweltminister Müller. Eine Länderregelung habe zudem den Nachteil, dass Verbände nicht gegen Bundesgesetze klagen könnten. Bisher dürfen Tierschutzorganisationen nicht gegen Tierquälereien und andere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz klagen, bedauerte Rechtsanwalt Eisenhart von Loeper, Vorsitzender des Bundesverbandes "Menschen für Tierrechte". Erst durch das Verbandsklagerecht könnten sie Verletzungen von gesetzlichen Tierschutzbestimmungen durch neutrale Stellen rechtlich überprüfen lassen. Dadurch trüge das Klagerecht dazu bei, dass Verwaltungen beispielsweise bei Straßenbauvorhaben "umsichtiger und sorgfältiger planen". 6 März 2003 - Verbraucher wollen Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren essen Münchweiler (dpa/lrs) - Immer mehr Menschen möchten Fleisch essen, das von artgerecht gehaltenen Rindern und Schweinen stammt. Das sagte Umweltministerin Margit Conrad (SPD) am Donnerstag beim 10. Vieh-und Fleischtag bei der Lehr-und Versuchanstalt für Viehhaltung Neumühle in Münchweiler (Donnersbergkreis). Bei der Veranstaltung treffen sich Bauern und Züchter, um Vorträge und Workshops zu besuchen und sich auszutauschen. Themen sind beispielsweise das "Management im Milchkuhstall", neue Gesetze für die Schweinezucht, der Rindfleischmarkt oder artgerechte Pferdehaltung. "Tierschutz betrifft heute nicht nur Haus- und Zirkustiere, sondern immer mehr auch die Nutztiere", sagte Conrad. "Man kann heute durchaus am Markt bestehen, sogar einen positiven Markt schaffen, wenn man aktiv Tierschutz praktiziert." Umfragen zeigten, dass Fleischprodukte aus artgerechter Haltung für die Verbraucher immer wichtiger würden. An Jäger und Jagdpächter appellierte Conrad, den Bestand an Wildschweinen niedrig zu halten, "denn die zehn Fälle von Schweinepest der letzten Jahre in Rheinland-Pfalz sind alle von Wildschweinen übertragen worden". Die Gefahr sei noch nicht gebannt. Dagegen sei die Zahl der mit BSE infizierten Rinder zurückgegangen. "Umso mehr bestehe ich darauf, dass die Tests gewissenhaft weiter gemacht werden", mahnte Conrad. Staatssekretär Günter Eymael (FDP) belohnte neun rheinlandpfälzische Rinder- und Pferdehalter mit Preisen für beispielhafte artgerechte Haltung. 53 Betriebe hatten sich für die mit insgesamt 10 900 Euro dotierten Preise beworben. Das zeige, dass die artgerechte Tierhaltung in Deutschland einen steigenden Stellenwert habe, sagte Eymael. 5. März 2003 - US-Navy will Kampf-Delfine im Irak Krieg einsetzen Einige der 60 ausgebildeten Kampf-Delfine der US-Navy könnten im geplanten zweiten Golf-Krieg gegen den Irak zum Einsatz kommen. Dies hat die Navy gegenüber dem Animal Welfare Institute aus Washington bekannt gegeben. Die als "Soldaten der Meere" ausgebildeten Delfine können Minen aufspüren oder feindliche Kampfschwimmer töten. Nach Ansicht der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) verdeutlichen diese Planungen die Perversion der amerikanischen Kriegspläne. "Abgesehen von dem mehr als fragwürdigen militärischen Wert derartiger "Waffen" sind Ausbildung, Transport und Einsatz für die intelligenten Meeressäuger mit großen Qualen und Schmerzen verbunden. Viele Tiere überleben das Training nicht. Delfine zu Kampfmaschinen auszubilden ist genauso abartig wie der Einsatz von Minenhunden, die über ein Minenfeld gejagt werden", erklärt ein GRD-Sprecher. Seit 1959 trainiert die US-Navy wild gefangene Delfine für militärische Zwecke und setzte diese "Waffe" erstmals in der Bucht von Cam Ranh im Vietnamkrieg ein. Die mit speziellen Nasenwaffen ausgerüsteten Meeressäuger sollten dort feindliche Taucher töten. Kampf-Delfine gehörten zu Zeiten des kalten Krieges zu einem der bestgehüteten militärischen Geheimnisse, um das ein regelrechtes Wettrüsten zwischen der USA und der UdSSR ausbrach. Während die etwa 120 russischen Kampf-Delfine nach dem Zusammenbruch der UdSSR größtenteils verkauft wurden, setzte die USA die Tiere unter anderem im ersten Golf-Krieg 1991 und bei einem NATO-Manöver vor 3 Jahren in der Ostsee ein. Auch die Marine von Indien besitzt Kampf-Delfine, die gezielt Minen an feindlichen Schiffen anbringen können. Quelle/Text: (link:http://www.delphinschutz.org) GRD 3. März 2003 - Schausteller- und Zirkuskinder schneiden schlecht ab (Jens Albes, Koblenz, dpa/lrs) - Umjubelte Auftritte in der Manege und Autoscooter-Fahren bis zum Abwinken: Das Leben von Zirkus- und Schaustellerkindern mutet romantisch und abenteuerlich an. Viele Gleichaltrige beneiden sie darum. Problematisch ist aber die Ausbildung der "Kinder auf Achse": Ihr Anteil an Schulversagern ist nach Einschätzung von Fachleuchten sehr hoch, bis zu 30 Schulwechsel pro Jahr sind für viele der schätzungsweise 5000 reisenden Kinder in Deutschland Normalität. Internate können sich Zirkusleute und Schausteller in der Regel nicht leisten. Bei ihrer Arbeit sind sie auch oft auf die Mithilfe aller Familienmitglieder angewiesen. So besuchen viele Kinder auf Wanderschaft zwar im Winter eine so genannte Stammschule, die die Zeugnisse ausstellt und die Akten der Kinder führt. Doch die meiste Zeit des Jahres müssen sie sich alle paar Wochen auf neuen Unterrichtsstoff, neue Lehrer und Mitschüler einstellen. "Jahrmarkt- und Zirkuskinder sind als kurzzeitige Gäste in den Schulen Stars und Exoten, die bewundert werden und im Sportunterricht auch mal Akrobatik-Kunststücke vorführen", sagt die bayerische pensionierte Hauptschullehrerin Antje Georg. Viele von ihnen seien selbstbewusst und könnten sich schnell in eine Klasse einfügen. "Den Unterricht sehen viele allerdings als nicht so wichtig an." Die Leiterin der bundesweit einmaligen "Schule für Circuskinder" in Düsseldorf, Annette Schwer, meint dagegen: "Ihre Attraktivität ist vordergründig. Sie tragen andere Kleidung und sprechen anders. Sie werden daher trotzdem oft als Außerirdische gehänselt, die im Unterricht nicht mitkommen." Viele entwickelten deshalb Ängste. Für die Schulbildung des Nachwuchses von Artisten, Schaustellern, Markthandwerkern, Wanderarbeitern, Kleinkünstlern oder Binnenschiffern haben Behörden und Schulen jahrzehntelang wenig getan. Inzwischen gibt es jedoch Schulmobile, Schultagebücher und mobile Lehrer für reisende Kinder. Der Nachwuchs von Binnenschiffern kann sogar in besonderen Wohnheimen unterkommen und herkömmliche Schulen besuchen. Allerdings haben die sinkenden Umsätze der Branche auch die Zahl der Heime deutlich schrumpfen lassen: von elf (1979) auf fünf. Rund 40 Kinder wohnen darin. Viele Schifferfrauen werden aber auch sesshaft, wenn ihre Kinder schulpflichtig werden, wie die Vorsitzende des Vereins "Frauen in der Binnenschifffahrt" (Duisburg), Ilka Heger, berichtet. Einmalig ist die 1994 gegründete "Schule für Circuskinder" in Düsseldorf: 15 Lehrer fahren mit Schulmobilen regelmäßig zu 18 Zirkussen in Nordrhein-Westfalen, um rund 90 Kinder zu unterrichten. Kleine Klassen von maximal fünf Schülern machen trotz unterschiedlicher Alterststufen intensives Lernen möglich, wie Leiterin Schwer sagt. Die Kinder können in der Schule, die von der Evangelischen Kirche im Rheinland getragen wird, verschiedene Schulabschlüsse machen. Die elfjährige Schülersprecherin Ramona Bügler vom Zirkus Traber schwärmt: "In unserem Zirkus sind wir acht Kinder, die in die Schule gehen, und wir treten auch alle in den Vorstellungen auf." Durch Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt rollen ebenfalls Schulmobile. In Hessen beispielsweise wird der Klassenraum auf Rädern vom Circus Brumbach mitgezogen. Die Verwaltung läuft über die nordrhein-westfälische Zirkus-Schule, die Lehrerin finanziert das Land Hessen. Einige Zirkusse besitzen eigene Schulwagen. Andere Bundesländer denken auch über Schulmobile nach oder setzen während der Reisesaison mobile Lehrer zur Unterstützung der Wanderschüler ein. Diese halten Kontakt zu den Kindern, erstellen individuelle Lern- und Förderpläne und beraten sie und ihre Eltern bei Schulproblemen. Bundesweit gibt es aber nur wenige Dutzend dieser Lehrer. Die meisten Bundesländer haben für reisende Schüler darüber hinaus Schultagebücher eingeführt. Damit informieren die Lehrer die jeweils nächste Schule über den Kenntnisstand der Wanderschüler. "Wir sind gerade dabei, diese Schultagebücher bundesweit zu vereinheitlichen", erklärt Helge Schmitz. |