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NEWS-ARCHIV |
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Archiv
Aktuell
17. Juni 2003 - Neue Informationen entlarven die Grausamkeit des Walfangs (Pro Wildlife) Auf der derzeit in Berlin stattfindenden Tagung der Internationalen Wal-fangkommission (IWC) wurden heute Einzelheiten aus dem Walfang verschiedener Länder bekannt, die die unglaubliche Grausamkeit der Jagd auf Wale und Delfine belegen. So starb im vergangenen Jahr in Russland kein einziger der 133 gejagten Grau- und Grönlandwale sofort durch den ersten Harpunenschuss, sondern alle mussten "nachbehandelt" werden. "Bis zu 100 Gewehrkugeln wurden auf die verletzten Wale geschossen, bis endlich der Tod nach bis zu einer Stunde eintrat", berichtet Dr. Sandra Altherr, die für PRO WILDLIFE an der IWC-Tagung teilnimmt. "In Grönland leiden manche Tiere sogar bis zu zwei Stunden, bis sie endlich von ihren Qualen erlöst werden." Auch die Tötungsmethoden der japanischen Walfänger, der dänischen Färöer und der Ureinwohner Alaskas stehen in der Kritik vieler IWC-Teilnehmer. Ureinwohner in Russland und Alaska (USA) dürfen jährlich eine von der IWC festgelegte Quote an Grau- und Grönlandwalen für den Eigenbedarf ("Subsistenzwalfang") erlegen. Die Methoden dieser Jagd - eine Kombination aus Harpunen und Gewehren - sind teils völlig antiquiert und verlängern das Leiden der Wale erheblich. Beson-ders schockierend sind die aktuellen Daten aus Russland: Dort werden bis zu 100 Gewehrkugeln auf ein mit der Harpune angeschossenes Tier abgefeuert. Aus Grönland wurden Fälle bekannt, in denen die Tötung von Finnwalen bis zu 45 Minuten, die von Zwergwalen sogar bis zu 120 Minuten dauerte. "Oft benutzen die Jäger nur einfache Gewehre, mit denen sie wieder und wieder auf die Meeresriesen schießen. Das Ganze ist ein Gemetzel!", kritisiert Altherr. Auch die Jagd auf Belugas (Weißwale) und Narwale in Grönland steht seit langem wegen ihrer Grausamkeit in der internationalen Kritik. Doch die dänische Delegation verweigert auf der IWC-Tagung jegliche Auskunft über die grausame Jagd. Japan setzt in seinem "Wissenschaftswalfang" nur teils die bestmöglichen Harpunen ein, obwohl es dazu nach IWC-Vorgaben verpflichtet wäre. Auf die hierdurch längere Tötungszeit für Zwergwale angesprochen, verwies der japanische Abgeordnete nur lapidar auf die höheren Kosten der besseren Waffen. Die Zahl der Wale, die angeschossen entkommen und elend zugrunde gehen, taucht in keiner Statistik auf. Auch Informationen zu den Tötungszeiten bei den wesentlich größeren Sei- und Pottwalen, auf die Japan seit einigen Jahren ebenfalls Jagd macht, verweigert das Land. "Es ist zu vermuten, dass der Todeskampf der mächtigen Sei- und Pottwale sehr lange dauert und dass Japan deshalb die Informationen verweigert", so die PRO WILDLIFE Expertin. Auf den Färöer-Inseln werden noch heute Hunderte Delfine und Kleinwale mit Eisenhaken an die Boote oder auf den Strand gezogen und dort mit kleinen Messern getötet. Ganze Walgruppen werden erlegt, die gesamte Jagd dauert oft Stunden. "Was sich auf den zu Dänemark gehörenden Inseln abspielt, ist für ein zivilisiertes Land völlig inakzeptabel", so die Meeresexpertin von PRO WILDLIFE. Zwar haben die Färöer inzwischen den Eisenhaken modifiziert und planen den Einsatz längerer Messerklingen, doch dies ist nur Makulatur. Die IWC konnte sich in einem mehrtägigen Workshop im Vorfeld der eigentlichen Tagung nicht auf Kriterien eini-gen, durch die der Todeszeitpunkt bei Walen eindeutig festzulegen ist. "Somit ist zu befürchten, dass einige der berichteten Todeszeiten weit unterschätzt und einige der Wale sogar lebendig zerlegt werden", so die PRO WILD-LIFE Sprecherin abschließend. 16. Juni 2003 - Am Hundebiss ist oft der Mensch schuld (Isw) Rund 80 Prozent der ca. 50.000 jährlichen Hundebisse in Deutschland sind durch Menschen verschuldet. Dies bestätigte jetzt eine Umfrage unter Polizisten und Tierschützern. Jedes dritte Opfer sei ein Kind, bemängelte jüngst der Kinderschutzbund. Kinder begehen öfters den Fehler, sich unbekannten Hunden in spielerischer Absicht zu nähern oder sie aus diesen Gründen am Schwanz zu ziehen. Auch Radfahrer und Jogger sind vor allem auf einsamen Waldwegen gefährdet und sollten durch lautes Rufen den jeweiligen Besitzer rechtzeitig aufmerksam machen. Udo Walz, Leiter der Polizei-Hundeführer-Staffel in Karlsruhe, empfiehlt: "Schauen sie Hunden nicht in die Augen und versuchen sie nicht wegzulaufen. das verstärkt nur den Jagdtrieb des Hundes - schneller ist in jedem Fall." 6. Juni 2003 - Mit Elektroschocks gegen Heuschrecken (Informationsdienst Wissenschaft) Massenschädlingsplagen gehören zu den größten Bedrohungen vor allem für die Menschen in den ärmsten Ländern. Seit der achten biblischen Plage werden weite Gebiete der Tropen und Subtropen bis heute immer wieder von Heuschreckenschwärmen heimgesucht. Weltweit ist fast ein Viertel der Erdoberfläche davon betroffen - die Folgen sind oft verheerend: Ein einziger Schwarm, der aus mehreren Milliarden Tieren bestehen kann, vertilgt an einem Tag bis zu 20.000 Tonnen mühevoll angebauter Feldfrüchte. Bislang rückte man den gefräßigen Insekten vor allem mit chemischen Mitteln zu Leibe. Deren großflächiger Einsatz führt jedoch zu erheblichen Umweltbelastungen und birgt große ökologische Risiken. Jüngere Forschungen konzentrieren sich deshalb auf die Suche nach umweltschonenden Methoden zur Bekämpfung der hüpfenden und fliegenden Plage. Ein völlig neues Verfahren, das den Einsatz von Giften gegen Heuschrecken und andere Insekten verringern kann, haben Professor Frithjof Voss und seine Mitarbeiter am Institut für Geographie in Berlin entwickelt. Kernstück des inzwischen patentierten Geräts ist ein elektrisch aufgeladenes Gitter. Die Hochspannung von 4 000 bis 10 000 Volt erzeugt ein tragbarer Elektrogenerator aus einer 12-Volt-Batterie, die durch Solarzellen nachgeladen werden kann. Bei Schädlingsbefall wird das vier Meter lange und einen halben Meter hohe Drahtnetz per Hand über die Felder geführt. Durch Vibrationen der Aluminiumstäbe werden Insekten aufgeschreckt und bei Berührung mit den elektrisch geladenen Gitterstäben in Millisekunden getötet. Die neue Technik ist nicht nur ökologischer als herkömmliche Verfahren, sondern bietet auch ökonomische Vorteile: Gegenüber der chemischen Bekämpfung entfallen der Transport und Kauf von Insektiziden, Treibstoff und Wasser sowie der Einsatz von Fahrzeugen, Flugzeugen und Fachpersonal. Darüber hinaus kann mit der von den Berliner Geographen entwickelten Methode ohne Zeitverzögerung auf Insektenbefall reagiert werden. Damit steigen die Chancen auf Erfolg. Denn ist ein Schwarm erst in der Luft, lassen sich die Tiere kaum noch bekämpfen. Die Effizienz des jetzt vorgestellten Prototyps lässt sich noch steigern: Größere Netze könnten an der Front von Traktoren montiert werden. Gegenwärtig wird an der Erzeugung variabler Frequenzen geforscht, die selektive Insektenspezies anlocken oder aufschrecken und mit dem Gitter kombiniert werden sollen. Weitere Einsatzmöglichkeiten des Elektrogitters können sich aus der Verknüpfung mit bereits entwickelten Lockstoffen ergeben, auf die nur bestimmte Schadinsekten reagieren. Den Haupteinsatzbereich des in zahlreichen Feldversuchen in China erprobten Elektrogitters sieht Voss in den Entwicklungsländern der Tropen und Subtropen. Dort verursachen Grashüpfer- und Heuschreckenplagen immer wieder schwere Ernteschäden. Hohe finanzielle Verluste und Ernährungsengpässe bis hin zu Hungersnöten sind die Folgen. Professor Voss sucht bereits seit Mitte der achtziger Jahre nach Methoden, mit denen die massenhafte Vermehrung von Schadinsekten rechtzeitig entdeckt und nach Möglichkeit schon in einem frühen Stadium eingedämmt werden kann. Ein von dem Berliner Wissenschaftler entwickeltes Verfahren auf der Basis von satellitengestützten Fernerkundungstechniken aus dem All war auf der Expo 2000 zu sehen und ist in Marokko und Mauretanien bereits im Einsatz. |