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Januar 03

31. Januar 2003 - Streit im Bundestag über neue Regelungen zur Schweinehaltung
Berlin (dpa) - Union und FDP haben die Bundesregierung davor gewarnt, die Vorschriften für die Schweinehaltung über die EU- Vorgaben hinaus zu verschärfen. Auch Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels (SPD) sprach sich am Donnerstag im Bundestag für eine "1:1-Umsetzung" der EU-Richtlinie aus, wollte fachlich sinnvolle Änderungen in Detailfragen aber nicht ausschließen. Lediglich der Grünen-Obmann im Landwirtschaftsausschuss des Bundestags, Friedrich Ostendorff, forderte bei einer Umsetzung explizit deutlich schärfere Regelungen.
Der agrarpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hans-Michael Goldmann, warf den Grünen vor, sie verfolgten eine "rein ideologische Politik". Für die CDU/CSU-Fraktion warnte Gitta Connemann vor Wettbewerbsnachteilen für deutsche Schweinehalter: "Die Landwirte fürchten nicht die Konkurrenz aus Europa, sondern den Würgegriff aus Berlin."
Minister Bartels mahnte, man könne auf Tierschutz und Lebensmittelsicherheit nur einwirken, wenn die Schweinehalter nicht aus Deutschland abwandern. Ostendorff sagte, Regelungen auf dem niedrigsten Standard seien weder zum Wohle der Tiere noch ökonomisch sinnvoll. So zeige Dänemark mit seinen deutlich schärferen Vorschriften, dass Regelungen, die über die EU-Vorschriften hinausgehen, keineswegs investitionshemmend seien.




31. Januar 2003 - Mediziner suchen nach Ersatz für Tierversuche

Leipzig (AP) Zwei Leipziger Professorinnen sind angetreten, um mit einer Ersatzmethode die Zahl der Tierversuche in der Medizin deutlich zu verringern: Karen Nieber vom Institut für Pharmazie und Sunna Hauschildt vom Institut für Zoologie an der Uni Leipzig. Die Wissenschaftlerinnen wollen auf der Basis von menschlichen Zellen ein Ersatzmodell für Tierversuche entwickeln.
«Anstatt der Tiere verwenden wir humane Monozyten, die aus menschlichem Blut gewonnen werden», sagt Nieber. Anhand einfach zu ermittelnder Parameter sollen dabei unerwünschte entzündungsfördernde Wirkungen von Arzneimitteln erkannt werden. Das gleiche Modell kann der Forscherin zufolge später auch zur Charakterisierung entzündungshemmender Effekte neuer Wirkstoffe eingesetzt werden. Gelinge dies, könne auf Tierversuche bereits während der Entwicklung von neuen Medikamenten verzichtet werden. Von der neuen Methode erwarten die Wissenschaftlerinnen, dass sie genauso viele Erkenntnisse liefert wie die Tierversuche. Bewahrheitet sich das, könnte das Testsystem im Reagenzglas schrittweise die aufwendigen und kostenintensiven Tierversuche ersetzen. Bislang gibt es nur sehr wenige In-vitro-Methoden, bei denen jedoch mit tierischen Zellen gearbeitet wird.
Noch sind Tierversuche allgemeiner Standard. Dabei werden die Reaktionen des tierischen Organismus oder seiner Gewebe auf verschiedenartige, meist schädigende Reize getestet. Ziel ist es, die Ursache einer Erkrankung zu erkennen und ihre Auswirkungen zu beseitigen. Dabei spielen Veränderungen im Immunsystem verbunden mit der Freisetzung von hormonähnlichen Wirkstoffen im Entzündungsprozess eine wichtige Rolle.
die Tierversuche sind bis heute mit großen Belastungen und Qualen verbunden. Die Suche nach wirksamen Substanzen hat oft einen unerwünschten Nebeneffekt: Chemische Stoffe können Entzündungen einleiten, die sich verheerend auf den tierischen Organismus auswirken. «Da in den nächsten Jahren verstärkt neue Therapien und Wirkstoffe gegen Entzündungen zu erwarten sind, wird auch die Anzahl der Tierversuche steigen. Dies gilt es zu verhindern», sagt Nieber.
Nach Auskunft des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller entfällt die Hälfte aller statistisch erfassten Versuchstiere auf den Bereich der Arzneimittelforschung. Nach dem letzten Tierschutzbericht des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten starben im Jahr 2000 rund zwei Millionen Wirbeltiere, davon 53,5 Prozent Mäuse und 26,6 Prozent Ratten. Um hier eine Trendwende zu erreichen, arbeiten Nieber und Hauschildt mit Hochdruck an ihrem Projekt, das sie bis ende 2003 beenden wollen.



29. Januar 2003 - Antrag für artgerechte Affenhaltung

Berlin (dpa/bb) - Die Grünen wollen per Dringlichkeitsantrag im Parlament bessere Bedingungen für die Zoo-Schimpansen in der Hauptstadt einfordern. Der Senat solle dafür sorgen, dass der älteste Zoo Deutschlands künftig auf die Zucht von Menschenaffen verzichte, wenn er nicht für ihre ordentliche Unterbringung im Alter sorgen könne, sagte die Tierschutz-Sprecherin der Fraktion, Claudia Hämmerling, am Mittwoch. Hintergrund ist nach Angaben der Grünen, dass fünf Schimpansen-Senioren nach China `entsorgt" werden sollen.
Für die Tiere gebe es ein Angebot einer Tierschutzorganisation aus den Niederlanden, die derzeit eine Auffangstation für Menschenaffen an der Costa Brava errichte. Dort könnten die Berliner Tiere aufgenommen werden. Bedingung sei, dass neben des Zuchtverzichts im Zoo die Kosten für die Unterbringung in Berlin aufgebracht werden. Die Grünen forderten die Berliner auf, für das neue Domizil der Schimpansen zu spenden oder eine Patenschaft zu übernehmen. Die Tierschutzorganisation `AAP Sanctuary for Exotic Animals" habe die Grünen um Vermittlung gegenüber dem Senat gebeten, hieß es.





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