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Mai 03

29. Mai 2003 - Wildlachsbestände im Nordost-Atlantik durch Fischfarmen gefährdet

(WWF) Die Wildlachsbestände im Nordost-Atlantik sind durch die wachsende Zahl von Fischfarmen für Zuchtlachse stark gefährdet. Die Infektion mit Lachsläusen aus Fischfarmen oder durch den Kontakt mit aus Fischfarmen entflohenen Zuchtlachsen, spielt eine immer größere Rolle beim dramatischen Rückgang der Wildlachse. Eine neue Studie, die der WWF zusammen mit der Atlantischen Lachs Gesellschaft (Atlantic Salmon Federation) heute vorgestellt hat, zeigt, dass mittlerweile auf jeden Wildlachs 48 Zuchtlachse kommen, ohne dass geeignete Maßnahmen zum Schutz der Wildlachsbestände unternommen wurden. Lachsläuse sind Parasiten, die sich an Lachse und Seeforellen ansaugen und sich im Schleim der Fischhaut vermehren. Die Läuse ernähren sich von Fischhaut und -fleisch und führen bei einer Anzahl von 10-15 Läusen zum Tod der Fische. Da die Läuse auf Lachsfleisch angewiesen sind, um sich vermehren zu können, sind sie normalerweise in den Wintermonaten in den Fjorden nicht anzutreffen, da es dort auch keinen Wildlachs gibt. Doch die große Anzahl von Fischfarmen im Meer hat dieses Gleichgewicht zerstört und mittlerweile gibt es jetzt das ganze Jahr über Millionen Zuchtlachse in Küstengewässern, von denen sich die Lachsläuse ernähren können. Befallene Zuchtlachse kommen nicht auf den Markt. "Obwohl bereits 1994 ein Abkommen zum Schutz der Wildlachse unterzeichnet wurde haben die Länder mit den größten Fischfarmen keinerlei oder unzureichend Maßnahmen zum Schutz der Bestände unternommen", kritisierte Heike Vesper vom WWF. "Das hat dazu geführt, dass die Wildlachsbestände von 1983-2001 um 45 % zurückgegangen sind, während die Lachsbestände aus der Aquakultur in den letzten 20 Jahren um 55 % Prozent zugenommen haben und 2002 im Nordost-Atlantik 700.000 Tonnen betrugen. Vom 1. - 6. Juni treffen sich in Edinburgh im Rahmen der Nordost Atlantischen Lachs Umweltorganisation (North Atlantic Salmon Conservation Organisation) Vertreter aus Kanada, der EU, Dänemark, Irland, Island, Norwegen, Russland und den USA, um über Maßnahmen zum Schutz der Wildlachsbestände zu beraten. Der WWF fordert die Länder auf, dringend Maßnahmen zu ergreifen, um den Gesundheitszustand der Lachse zu verbessern, sowie die Sicherungssysteme und die Überwachung der Fischfarmen zu verbessern, um den Ausbruch von Zuchtlachsen zu verhindern. Darüber hinaus müssen vor allem Ausschlussgebiete für Lachsfarmen festgelegt werden.




23. Mai 2003 - Umweltdaten Deutschland Online

(Umweltbundesamt) Wussten Sie, dass allein in Deutschland nach derzeitigem Trend bis zum Jahr 2010 im Durchschnitt täglich 119 Hektar Natur verloren gehen, nur um unseren wachsenden Bedarf an Siedlungs- und Verkehrsfläche zu stillen? Wussten Sie, wie viel Primärenergie im Jahr 2001 in Deutschland verbraucht worden ist? Umgerechnet in Kohleeinheiten und auf einen Zug verladen, hätte dieser eine Länge von rund 400 000 Kilometern und würde damit fast zehnmal um die Erde reichen! Dies und noch viel mehr erfahren Sie in "Umweltdaten Deutschland Online", das neue Angebot des Umweltbundesamtes (UBA) im Internet. Unter der Adresse (link:http://www.umweltbundesamt.de)http://www.umweltbundesamt.de finden Sie ab sofort alle im UBA verfügbaren aktuellen Daten und Fakten zur Umweltsituation in Deutschland - übersichtlich und einfach zu handhaben. Darüber hinaus gibt es Hinweise über Zusammenhänge zwischen den umweltbeeinflussenden Akteuren, den Umweltentwicklungen und -veränderungen sowie gesellschaftlichen Reaktionen auf Umweltgefährdungen. So finden die Nutzerinnen und Nutzer neben Daten zur Bevölkerung und Flächennutzung aktuelle umweltrelevante Kenngrößen zur Gesamtwirtschaft, Land-, Wasser- und Abfallwirtschaft, Industrie, Energie, Verkehr, Tourismus und Umweltschutz. Dazu gibt es ausführliche Informationen über aktuelle Entwicklungen in der Erdatmosphäre und in den Umweltmedien, mit Hinweisen zu Wirkungen auf Natur, Landschaft und Gesundheit. Hintergrundinformationen zu allen Themen - unter dem Stichwort "Berichtsblatt" - ergänzen das Angebot. Hierzu gehören Datenquellen, Rechtsgrundlagen, Umweltziele sowie weiterführende Literatur. Das UBA erfüllt damit die Vorgaben der EG - Umweltinformationsrichtlinie. Diese fordert, über elektronische Kommunikationswege ständig aktuelle Umweltinformationen bereitzustellen, mit denen Beiträge zur Verbesserung des Umweltbewusstseins und zur Differenzierung des umweltpolitischen Meinungsbildes geleistet werden können. Der Themenkatalog ist nach den allgemeinen Grundsätzen der Zusammenhänge zwischen Ursachen und Wirkungen gegliedert. Die Themen selbst werden nach den Kriterien des internationalen Berichtsansatzes "DPSIR" klassifiziert. Diese Abkürzung steht für: Driving Force (gesellschaftliche Aktivitäten), Pressure (Belastung), State (Umweltzustand im Sinne der Umweltqualität), Impact (Wirkung) und Response (Maßnahmen). Nach diesem Berichtsansatz wurden ebenso Links zu verwandten Themen eingearbeitet. Die Orientierung auf der Internetseite ist einfach: Die einzelnen Beiträge werden über einen Themenkatalog ausgewählt und in der Bildschirmmitte angezeigt. Auf der rechten Bildschirmseite werden als Vorschau die zugehörigen Tabellen und Abbildungen dargestellt, die durch Anklicken vergrößert werden können.




23. Mai 2003 - Fledermäuse werden zu Friedenstauben

(Euronatur) Bundesumweltminister Jürgen Trittin und der Vize-Präsident des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Rudolf Ley starteten heute gemeinsam mit der fünften Klasse des evangelischen Gymnasiums in Neuruppin ein umfangreiches Projekt zum Schutz von Fledermäusen in Ostdeutschland. Initiator und zuständig für die Durchführung des Projektes ist die Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur). Für das neue Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E), das vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet und durchgeführt wird, stellt das Bundes­umweltministerium in den nächsten drei Jahren 527.000 Euro zur Verfügung. Weitere finanzielle Unterstützung geben die am Projekt beteiligten Bundesländer Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Der Dönitzbunker, in dem das Projekt heute offiziell gestartet wurde, ist eines von 40 Gebäuden, das in den nächsten drei Jahren für die Überwinterung von Fledermäusen optimiert werden soll. Wie erfolgreich der Schutz solcher Objekte sein kann, hat eine ebenfalls von Euronatur und dem BfN durchgeführte Studie im Vorfeld bewiesen. So verzehnfachte sich die Zahl der überwinternden Fledermäuse in den Gewölbekellern einer alten Brauerei in Frankfurt/Oder, seitdem dort Ende der 80er Jahre Fledermausschützer Alarm geschlagen und erste Schutzmaßnahmen durchgeführt hatten. Auch die Artenvielfalt erhöhte sich von anfangs vier auf heute elf Fledermausarten. "Der Fledermausschutz ist dem BfN ein besonderes Anliegen. Das zeigt sich schon daran, dass wir in den letzten Jahren neun Projekte in diesem Bereich mit großem Erfolg durchgeführt bzw. begonnen haben", sagte Rudolf Ley. Das neue Projekt soll Erkenntnisse über geeignete bauliche Verbesserungsmaßnahmen zum Fledermaus­schutz erbringen und gleichzeitig eine Stabili­sierung der Feldermausbestände in Ostdeutschland erreichen. Gabriel Schwaderer, Euronatur-Geschäfts­führer, erklärte, warum die Schutzmaßnahmen so dringend notwendig sind: "Fledermäuse sind auf frostsichere und ungestörte Winterverstecke ange­wiesen. Da in den letzten Jahren durch Sanie­rungen und andere Baumaßnahmen viele solcher Winterquar­tiere verloren gegangen sind, werden die alten Militäranlagen etlichen Fledermäusen das Überleben sichern." Zahlreiche ehrenamtliche Helfer vor Ort werden sich an den arbeitsaufwendigen Baumaßnahmen beteiligen und eine langfristige Betreuung und Beobachtung der empfindlichen Tiere gewährleisten. Die Arbeiten am Dönitzbunker werden von der Brandenburgischen Boden GmbH, als der derzeitigen Eigentümerin, unter­stützt.




22. Mai 2003 - Verbot des kommerziellen Walfangs aufrecht erhalten und verschärfen

(Bündnis 90/Grüne) Zur heutigen Walschutz-Debatte im Bundestag im Vorfeld der 55. Tagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) vom 16.-19. Juni 2003 in Berlin erklärt Cornelia Behm, Mitglied im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft: Wir bekennen uns zu einem strikten Walschutz. Wir wollen eine Fortsetzung und eine Verschärfung des Moratoriums. Eine Verschärfung ist notwendig, weil es nach wie vor zu viele Ausnahmen vom Verbot gibt, insbesondere für den vorgeblich "wissenschaftlichen" Walfang. Auch die Fortsetzung des Moratoriums ist keineswegs selbstverständlich, denn sie wird von den Walfangländern immer wieder in Frage gestellt. So werden die Mitgliedsstaaten auch auf der diesjährigen IWC-Jahrestagung in Berlin erneut über den Fortbestand des Moratoriums beraten. Es wird aber auch um ein mögliches neues Bewirtschaftungsverfahren (Revised Management Scheme, RMS) gehen. Dieses könnte der Einstieg in den Ausstieg aus dem Walfangverbot sein. Hintergrund ist das langfristige Ziel der IWC, die Walbestände so weit wieder aufzubauen, dass langfristig eine nachhaltige Nutzung ermöglicht wird. Schließlich nennt sie sich Walfang-Kommission, und nicht Walschutz-Kommission. Da aber wesentliche Walbestände nach wie vor in einer schlechten Verfassung sind, steht für uns fest, dass es zum Verbot des kommerziellen Walfangs keine Alternative gibt. Außer durch den Walfang sind Wale auch durch Umweltveränderungen bedroht. Zu den Ursachen gehören die Klimaerwärmung und der Nährstoff- und Schadstoffeintrag in die Meere. Wir müssen also auch im Interesse des Walschutzes unseren Weg in der Klimapolitik fortsetzen! Auch der ständig zunehmende Unterwasserlärm durch seismische Tests oder Sonar- Ortungssysteme stellen ein großes Problem dar. Diese haben in der Vergangenheit sehr wahrscheinlich zu den tödlichen Massenstrandungen von Walen geführt. Hieraus muss auch das Bundesverteidigungsministerium seine Schlussfolgerungen ziehen! Und nicht zuletzt kommt es als Folge der Überfischung der Ozeane immer wieder zu Nahrungsknappheit. Kleinwale und Delfine finden als Fischereibeifang den Tod. Deshalb brauchen wir einen noch konsequenteren Schutz der Meere und der Fischbestände durch eine nachhaltige Fischereipolitik! In dem heute beratenen Entschließungsantrag fordert das Parlament die Bundesregierung daher auf, sich auf der IWC-Tagung für einen umfassenden Walschutz einzusetzen.




21. Mai 2003 - WWF Deutschland kritisiert neue Walfangpläne und benennt Alternativen

(WWF) Die populäre Touristenattraktion "Whale Watching" stellt nach Ansicht des WWF eine ökonomische und ökologische Alternative zum Geschäft der Walfänger dar. Nach Aussage der Umweltorganisation lässt sich damit weltweit mehr als eine Milliarde Dollar pro Jahr erwirtschaften. Deshalb stellt der WWF seine Aktivitäten rund um die Konferenz der Internationalen Walfangkommission IWC, die vom 16. bis 19. Juni in Berlin stattfindet, unter das Motto "Stop Whaling - Start Watching". Gleichzeitig kritisiert er Pläne einzelner Länder, den Walfang wieder aufzunehmen. Nach Japan und Norwegen wollen auch die Isländer und die Faröer Inseln zurück an die Harpunen. Island plant, unter dem Deckmantel des "Wissenschaftlichen Walfangs" jährlich 100 Finn-, 100 Nördliche Mink- und 50 der vom Aussterben bedrohten Seiwale zu jagen. Auch Japan und Norwegen erlegen jährlich hunderte von Walen, Japan ebenfalls unter dem Vorwand der Wissenschaft. Dazu Volker Homes vom WWF: "Beim wissenschaftlichen Walfang handelt es sich um reine Augenwischerei, um die Walfangflotten weiter zu betreiben. Methoden und Ergebnisse dieser Wissenschaft sind unter Fachleuten umstritten." Der WWF nimmt den morgigen "Tag der biologischen Vielfalt" zum Anlass, einmal mehr auf die akute Bedrohung des Artenreichtums auf unserem Planeten hinzuweisen. Die Wale werden morgen auch Thema im deutschen Bundestag sein. Das Parlament behandelt einen Antrag der Regierungskoalition, in dem der "Umfassende Schutz der Walbestände" und die Einhaltung des "Verbots kommerziellen Walfangs" gefordert werden. Der WWF unterstützt diese Initiative und fordert Fischereiministerin Renate Künast auf, sich als Gastgeberin der IWC für den Erhalt und die Durchsetzung des weltweiten Moratoriums zum Schutz der Wale einzusetzen. Dieses Moratorium, das ein Verbot des kommerziellen Walfangs beinhaltet, trat 1986 in Kraft. Deutschland ist seit 1982 Mitglied der IWC und unterstützt das Moratorium aktiv. Die Vertreter der mehr als 40 Mitgliedstaaten werden vom 16. bis 19. Juni wie jedes Jahr über Schutz und Nutzung der zum Teil hochbedrohten Meeressäuger beraten. Vor der diesjährigen Tagung zeichnet sich ab, dass das Mehrheitsverhältnis zu Gunsten der Walfangländer kippen könnte. Der WWF wird sich deshalb mit Nachdruck für den Schutz der Wale einsetzen. "Angesichts der isländischen Pläne muss es bei der diesjährigen IWC-Tagung vor allem darum gehen, den Walfang dauerhaft unter internationale Kontrolle zu bringen", betont WWF-Experte Homes. Es gelte aber auch, andere Gefahren für die Meeressäuger auf die Tagesordnung zu bringen: "Klimawandel, Beifang von Walen bei der Fischerei oder Meeresverschmutzung können langfristig noch größeren Schaden anrichten als der Walfang." Zudem wird der WWF bei der IWC gezielt für Walbeobachtung als eine schonende und in vielen Fällen wünschenswerte Art der "Nutzung" von Walen werben. Und damit auf einen anhaltenden Trend setzen: Begeisterten sich Anfang der 80er Jahre weltweit nur einige Tausend Menschen für die Walbeobachtung, gingen 1998 bereits mehr als 9 Millionen auf "Whale Watching" - Touren. Nach Schätzungen brachten solche Touristen allein der isländischen Wirtschaft zuletzt einen Umsatz von mehr als 14 Millionen Euro pro Jahr.




21. Mai 2003 - NABU fordert zügige Novelle des Jagdrechtes

(NABU) Der Naturschutzbund NABU hat eine zügige Novelle des Bundesjagdgesetzes gefordert. *Nach dem Bundesnaturschutzgesetz im letzten Jahr muss jetzt schleunigst auch der Reformstau im Jagdrecht aufgelöst werden", sagte der amtierende NABU-Präsident Christian Unselt anlässlich des Internationalen Tages der Artenvielfalt am 22. Mai. Schwammige Begriffe wie *Waidgerechtigkeit" und *Hege" mit ihren Auswüchsen unter anderem bei Wildfütterung, Trophäenkult und Fallenjagd dürften nicht länger die überfällige Reform der Jagd hin zu einem zukunftsfähigen, ökologisch nachhaltigen Wildtiermanagement behindern. Zwar erteile der NABU allen pauschalen Forderungen zur Abschaffung der Jagd eine klare Absage, verlange aber eine Neuorientierung: *Die Jäger sollten sich in eigenem Interesse einer Modernisierung des Jagdrechtes nicht verweigern. Die Jagd muss endlich ökologische Erkenntnisse und den Tierschutz berücksichtigen", so Unselt. Dies erfordere neben der Ausrichtung der Jagd an den Kriterien der Nachhaltigkeit auch den Verzicht auf Wildfütterungen und Fallenjagd sowie generelle Jagdruhe während des Frühjahrszuges sowie den Brut- und Aufzuchtzeiten der wildlebenden Tierarten. Nach Auffassung des NABU ist die Jagd nur dann nachhaltig, wenn die Bestände der bejagten Tierarten nicht bedroht, andere Arten und Lebensräume durch die Jagd nicht gefährdet und die erlegten Tiere auch sinnvoll verwertet werden. Die heute etwa 90 Arten umfassende Liste der jagdbaren Tiere müsse daher deutlich gekürzt werden. Außer den Schalenwildarten wie Wildschwein, Reh und Rothirsch könnten nach diesen Kriterien nur Fuchs, Fasan und Stockente noch eine Bejagung verkraften. Selbst bei ehemals häufigen Arten wie Hase, Kaninchen und Rebhuhn sei angesichts der dramatischen Bestandszahlen zumindest regional ein Jagdverbot notwendig, so der NABU. Zudem sei ein weitgehender Verzicht auf die Jagd in Schutzgebieten sowie die Einrichtung der gemeinsam von DJV, NABU und WWF geforderten Wildtierkorridore erforderlich, um auch großen freilebenden Tieren wie Wolf, Luchs und Rothirsch das Überleben in Deutschland zu ermöglichen.




15. Mai 2003 - US-Navy beschießt Schwertwale und Schweinswale mit tödlichem Unterwasser-Sonar

(GRD) Bei einem der bislang heftigsten Einsätze von Unterwasser-Sonar durch einen Lenkwaffen-Zerstörer der US-Navy bei Vancouver Island vor der Küste Kanadas wurden mehrere Schweinswale getötet. 22 Schwertwale, die in den Sonartest gerieten, entgingen nach Angaben von Beobachtern nur knapp einer Strandung. Während der fünfstündigen Übung wurden von der "USS-Shoup DDG 86" intensive mittelfrequente 3kHz Pings mit einer Lautstärke von über 200 Dezibel abgegeben. Die Unterwassersonarlaute waren so laut, dass Touristen, die sich an der Küste der nahe gelegenen Insel San Juan Island aufhielten, sie hören konnten. Militärische Sonar-Experimente haben bereits mehrfach Wale und Delfine getötet. Vor 3 Jahren starben nach einem Manöver bei den Bahamas 17 Schnabelwale, im vergangen Jahr wurden nach einem NATO-Manöver 15 tote Schnabelwale an die Strände der Ferieninseln Fuerteventura und Lanzarote gespült. Die Kadaver der jetzt bei Vancouver Island getöteten Schweinswale werden derzeit auf Verletzungen ihres Hörapparates untersucht. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) wendet sich im Rahmen der "International Coalition for Silent Oceans" mit einer Petition gegen den militärischen Einsatz von Hochleistungssonarsystemen, die meist zum Aufspüren feindlicher U-Boote eingesetzt werden. Diese mittel- bis hochfrenquenten Sonarsysteme werden mit einer enormen Schallintensität ausgesandt und sind oft noch in mehreren hundert Kilometern Entfernung zu hören. Bei den sich hauptsächlich akustisch in ihrer Umwelt orientierenden Walen und Delfinen führen sie zu Kommunikationsstörungen, lösen Fluchtverhalten aus und können zum Ausfall bestimmter Hirnareale und Zerstörungen im Innenohr führen, durch die die Tiere sterben.




9. Mai 2003 - Pause für den Rasenmäher hilft der Natur

(Euronatur) Weil immer früher gemäht wird, haben Schmetterlinge, Wildbienen und viele Vogelarten fast keine Chancen mehr. Darauf hat jetzt die internationale Umweltstiftung Euronatur hingewiesen. Um die natürlichen Lebensgemeinschaften in Gärten und in der freien Landschaft zu schützen und damit die Erlebnisvielfalt zu erhöhen, empfiehlt Euronatur, auf ein zu frühes Mähen zu verzichten. Wildbienen und Schmetterlinge brauchen jetzt Wiesenblumen, um Pollen, Nektar und Blätter als Nahrung für sich und ihre Nachkommen zu finden. Werden die Pflanzen jedoch zu früh gemäht, fehlt vielen Tieren die Nahrungsgrundlage, abgelegte Eier können sich nicht entwickeln. Denn diese Pflanzen sind nicht nur als Nahrung von großer Bedeutung. So fliegt etwa der Aurorafalter, dessen Männchen auffällig orange-weiß gefärbt ist, zur Zeit das Wiesenschaumkraut - eine typische Rasen- und Wiesenblume - an, um dort seine Eier abzulegen. Für die Raupen des Aurorafalters ist das Wiesenschaumkraut die Hauptfutterpflanze. Nach Mitteilung von Euronatur sind Bestandseinbußen dieses Schmetterlings, die beim Ausfall der Pflanze entstehen, leicht zu vermeiden, indem man auf ein zu frühes Mähen verzichtet oder Blüteninseln stehen lässt. "Wenn wir weiter die Natur kahl mähen, brauchen wir uns nicht darüber zu wundern, dass es immer weniger Schmetterlinge gibt", so Euronatur-Präsident Claus-Peter Hutter. Besitzer eines Garten- oder Wochenendgrundstücks oder einer Baumwiese können der bedrohten Tierwelt ganz einfach helfen, indem sie blühende Wildkräuter im Rasen und auf den Wiesen erhalten. Durch ein Verschieben des Mähzeitpunkts möglichst weit in den Vorsommer hinein, haben Wildblumen im Rasen, in der Wiese und an Wegrändern die nötige Zeit, um Samen zu bilden und somit ihren Fortbestand zu sichern. Besonders größere, üppige und schön blühende Wildkrautbestände, etwa die des Wiesensalbeis oder Margariten können beim Mähen leicht ausgespart bleiben. Während Landwirte für Ihr Vieh auf den Grasschnitt angewiesen seien, hätten Wochenendgrundstücksbesitzer, Hausgärtner und Kommunen viele Möglichkeiten auf das frühe Mähen zu verzichten und dabei noch Geld einzusparen und der Natur zu helfen. Wiesen werden immer seltener. Damit verliert auch die Braunschuppige Sandbiene, eine gefährdete Wildbienenart, ihren Lebensraum. Sie ist auf die sehr schnittempfindliche Wiesen-Glockenblume angewiesen, die ganz ausfällt, wenn sie zu früh oder mehr als zweimal pro Jahr gemäht wird. Die Larven der Wildbiene leben ausschließlich vom Blütenstaub der Glockenblumen. Aus diesem Grund empfiehlt Euronatur nicht nur Hobby- und Freizeitgärtnern, sondern auch Stadtgärtnern und Bauhöfen, ungenutzte Rasenflächen in Wiesen umzuwandeln. Diese sollten maximal zweimal im Jahr, und zwar im Juni und August, mit der Sense, dem Balkenmäher oder der Motorsense gemäht werden. Das Mähgut kann anschließend kompostiert werden. Der Verzicht auf Düngung fördert die Artenvielfalt und schützt das Grundwasser.




6. Mai 2003 - SARS löst Razzien auf Wildtiermärkten in China aus

(Pro Wildlife) Chinas Behörden greifen durch, um die Ausbreitung von SARS einzudämmen: Zehntausende Wildtiermärkte, Restaurants und Küchen in Südchina waren Ziel aktueller Razzien der Regierung. Dabei wurden fast 840.000 bedrohte Tiere beschlagnahmt und 1.428 Verdächtige festgenommen. Chinesische Ärzte vermuten die Quelle von SARS im Verzehr von Wildtieren. "Die Angst vor der Lungenkrankheit führt möglicherweise zu einem Umdenken bei den Konsumenten. Dies wäre eine unerwartete Chance für den Artenschutz", hofft Dr. Sandra Altherr, Biologin bei PRO WILDLIFE. Sollte sich die Vermutung bestätigen, dass die Ursache für SARS im massenhaften Konsum von Wildtieren auf asiatischen Märkten und in Restaurants zu suchen ist, wäre dies kein Einzelfall: Auch im Falle der in Zentralafrika grassierenden Ebola-Epidemie wird als Übertragungsweg der Verzehr von Fleisch infizierter Wildtiere, in diesem Falle Menschenaffen, vermutet. Die ersten Fälle von SARS tauchten ausgerechnet bei Personen auf, die mit der Zubereitung von Wildvögeln in Restaurants der südchinesischen Provinz Guangdong zu tun hatten. Chinesische Ärzte schlugen deshalb Alarm. Nach Berichten der chinesischen Nachrichtenagentur XINHUA führten die Behörden in Guangdong daraufhin Razzien auf zahlreichen Wildtiermärkten und in -Restaurants durch. Guangdong ist eines der Zentren des millionenfachen Verbrauchs von Wildtieren in China. Diese Tiere - vom Tiger über Schildkröten und Vögel bis hin zu Schuppentieren und Affen - stammen großteils aus freier Wildbahn. "In China gilt das Fleisch vieler Wildtiere als gesundheitsfördernd und dank Wirtschaftsaufschwung können sich immer mehr Chinesen solche Speisen leisten", erläutert die PRO WILDLIFE Sprecherin. "Dieser Aberglaube wurde in den letzten Jahren zu einer der größten Gefahren für bedrohte Arten weltweit. Nun könnte ausgerechnet die Angst vor SARS hier ein Umdenken auslösen". Der Nachweis für einen tatsächlichen Zusammenhang zwischen SARS und den Wildtiermärkten steht noch aus. Doch Restaurants in China und Hong Kong beklagen bereits jetzt fehlende Kundschaft und massive finanzielle Einbußen. Ein Zusammenhang zwischen tödlichen Seuchen und dem Verzehr von Wildtieren sorgte jüngst auch in Afrika für Schlagzeilen: Die derzeit in Zentralafrika grassierende Ebola-Epidemie fordert nicht nur Opfer unter den Menschen, sondern auch unter Schimpansen und Gorillas. Als Übertragungsweg wird auch hier das Fleisch der Wildtiere vermutet - eine erschreckende Parallele zu den SARS-Fällen in Asien. PRO WILDLIFE weist seit Jahren auf die Bedrohung der Artenvielfalt durch den millionenfachen Konsum von Wildtieren in China und seinen Nachbarländern hin. Die Münchner Artenschutzorganisation setzte sich u.a. erfolgreich dafür ein, dass Dutzende hierdurch bedrohte Tierarten international unter Schutz gestellt wurden. "Wir wollen ein Umdenken der Verbraucher in China erreichen und zeigen deshalb auch ökologisch unbedenkliche Alternativen auf. Dass nun diese Artenschutzbemühungen ausgerechnet durch eine Seuche unterstützt werden, ist unerwartet", so die Sprecherin abschließend.





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