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März 03
31. März 2003 - Kontrolle im ökologischen Landbau weiter verbessert (BMVEL) Am 1. April 2003 tritt das Öko-Landbaugesetz in Kraft. "Das Gesetz sorgt mit verbesserten Meldepflichten, gebündelter Zulassung der Öko-Kontrollstellen sowie Straf- und Bußgeldvorschriften für ein noch schärferes Kontrollsystem im Bio-Bereich. Damit schaffen wir mehr Transparenz und Sicherheit im Öko-Landbau. Verstöße können jetzt leichter erkannt und wirksame Sanktionen verhängt werden. Das ist gut für die Verbraucher und genauso gut für die Anbieter von Öko-Produkten", so Bundesverbraucherministerin Renate Künast. Das Gesetz enthält folgende Regelungen: 1. Ausweitung der Meldepflichten: Die Kontrollstellen sind nun stets verpflichtet, bei Unregelmäßigkeiten oder Verstößen (im Sinne der EG-Öko-Verordnung), diese an die für das jeweilige Unternehmen zuständige Behörde zu melden. Dies betrifft auch die Fälle, in denen die beanstandeten Erzeugnisse aus einem anderen Mitgliedstaat der EU stammen. Bisher war EG-weit vorgeschrieben, dass die zuständigen Behörden nur in den besonders gravierenden Fällen zu unterrichten sind, die voraussichtlich zu einem Vermarktungsverbot von Öko-Erzeugnissen für das gesamte Unternehmen führen. In Bezug auf die Informationspflicht in anderen Fällen von Unregelmäßigkeiten hatten die Länder im Rahmen ihrer bisherigen Zuständigkeit für die Zulassung der Kontrollstellen jeweils eigenständige Regelungen getroffen. 2. Bündelung von Vollzugsaufgaben bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE): - Zulassung der privaten Kontrollstellen und Entzug der Zulassung, - Erteilung von Genehmigungen für die Vermarktung von Öko-Erzeugnissen aus Drittländern. Damit werden zukünftig einheitliche Maßstäbe bei der Zulassung der Kontrollstellen und beim Import von Öko-Erzeugnissen zu Grunde gelegt. Die Durchführung dieser Aufgaben gewinnt dadurch an Transparenz und Effizienz. 3. Einführung von Straf- und Bußgeldvorschriften: Bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder bis zu 30.000 Euro Geldbuße drohen bei Verstoß gegen die EG-Öko-Verordnung. Dies gilt für die missbräuchliche Bezugnahme auf den ökologischen Landbau in der Kennzeichnung und Werbung bei Öko-Erzeugnissen. 30 März 2003 - Bars von Manhattan werden rauchfreie Zone New York, (AFP) - Für die Raucher in New York sind ungemütliche Zeiten angebrochen: Seit der Nacht zum Sonntag sind die Clubs und Restaurants der Stadt bis auf wenige Ausnahmen Nichtraucher-Zonen. Wer sich darum nicht schert und trotzdem raucht, dem droht eine Strafe von 200 bis 400 Dollar (186 bis 374 Euro), beim zweiten Mal sind bis zu 1000 Dollar fällig und das dritte Mal kostet es satte 2000 Dollar. Noch schlimmer ist es für die Betreiber der Lokale: Nach drei Verstößen binnen eines Jahres kann die Stadtverwaltung den Laden dichtmachen. Ab Juni soll das Verbot für den ganzen Bundesstaat New York gelten. "Die Angestellten von Bars und Restaurants atmen mehr Rauch ein als in jedem anderen Beruf und sind deshalb sehr viel stärker von Lungenkrebs bedroht", begründet der Leiter der New Yorker Gesundheitsämter, Thomas Frieden, das harte Durchgreifen: "Arbeitsplätze ohne Rauch werden das Risiko deutlich senken." Der New Yorker Nachtclub-Verband NYNA verweist dagegen darauf, dass Eigentümer und Betreiber der Bars und Restaurants durch das Rauchverbot in eine schier ausweglose Lage kämen: "Stellen Sie sich vor, ich habe an einem Tisch gute Kunden sitzen, die gerade tausend Dollar bei uns gelassen haben, und ich sage ihnen, sie müssen ihre Zigaretten ausmachen", erläutert NYNA-Präsident David Rabin das Problem. Entweder vergraule er damit seine Gäste - oder aber die Gäste blieben, dann allerdings rauchend, und er riskiere eine Strafe von der Stadtverwaltung. "Das ist mehr als absurd." Im übrigen führt das Rauchverbot seiner Meinung nach dazu, dass die Gäste von Nachtclubs und Lokalen zum Rauchen vor die Türe gehen und damit den Zorn der Anlieger auf sich ziehen. Eine Studie des Verbands habe ergeben, dass mehr als die Hälfte der rund 11.000 befragten Stammgäste genau dies vorhätten - vor der Kneipe zu rauchen. Auch in diesem Fall sind Rabin zufolge die Betreiber die Gelackmeierten, weil sie sich womöglich noch Strafanzeigen einhandelten: "Wir sind doch so oder so gekniffen, egal ob wir uns an das neue Gesetz halten oder nicht." 27. März 2003 - Frühjahrs-Jagd beginnt: Deutsche nach US-Amerikanern eifrigste Bärentöter (München) Anfang April wird in British Columbia (BC, Kanada) die Jagdsaison auf den Grizzly, den nordamerikanischen Braunbären, wieder beginnen - allen Protesten von Wissenschaftlern und Naturschützern zum Trotz. Hunderte Bären werden in BC jährlich von Trophäenjägern erlegt. Deutsche nehmen hierbei nach US Amerikanern eine traurige Spitzenposition ein. Experten befürchten, dass die Jagd die Grizzlybestände unwiderruflich dezimiert. Sie kritisieren, dass die offiziellen Jagdquoten überhöht sind und zudem nicht eingehalten werden. Die Münchner Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE fordert deshalb, die Einfuhr von Grizzly-Trophäen nach Deutschland und in die EU zu verbieten. Ein entsprechender Entschluss würde wesentlich zum Erhalt der bedrohten Tiere beitragen. 12.802 Grizzlies gab die Provinzregierung von BC in den letzten 38 Jahren zum Abschuss frei - ein Aderlass, den die Bestände nach Expertenmeinung nicht verkraften können. Zusätzlich werden unzählige weitere Tiere von Wilderern erlegt oder fallen Unfällen und der zunehmenden Zerstörung ihres Lebensraumes zum Opfer. Betuchte Hobbyjäger, überwiegend aus den USA und Deutschland, bezahlen rund 10.000 US Dollar für eine "Pauschalreise" inklusive Erlegung der gefährdeten Tiere. Die Einfuhr der streng geschützten Art in die EU zu "kommerziellen Zwecken" ist verboten - für Trophäenjäger werden jedoch großzügige Ausnahmen gewährt. Viele Wissenschaftler warnen seit langem vor dem Rückgang der Grizzlies und forderten gemeinsam mit über 100 Naturschutzorganisationen ein Verbot der Jagd, zumal zusätzlich Wilderei, Unfälle und Lebensraumzerstörung hohe Verluste verursachen. Einer aktuellen Analyse zufolge ist es möglich, dass der Grizzlybestand in BC innerhalb von 30 Jahren um mehr als 20 Prozent abnimmt. "Die kanadische Regierung behauptet, die Bejagung würde den Bärenbestand nicht beeinträchtigen. Doch von offizieller Seite in Auftrag gegebene Studien, die das Gegenteil behaupten, werden ignoriert oder sogar aus dem Verkehr gezogen", berichtet Daniela Freyer von PRO WILDLIFE. Sogar ein bereits verhängtes Jagdmoratorium wurde nach einem Regierungswechsel kurzerhand wieder aufgehoben - gemäß einem Wahlversprechen an die einflussreiche Jagdlobby. "Es ist überdeutlich, dass die Bären in BC politischen Interessen geopfert werden", so die PRO WILDLIFE Expertin. "Bisher hat die Provinzregierung von BC jedes Jahr aufs Neue die exzessive Bejagung genehmigt, ohne überhaupt die Anzahl der dort lebenden Grizzlies zu kennen. Die Regierung behauptet, es gäbe in BC noch etwa 14.000 Braunbären und beruft sich hierbei auf äußerst spekulative Hochrechnungen. Experten hingegen gehen davon aus, dass die offiziellen Bestandsschätzungen sowie die Jagdquoten stark überhöht sind. Deutsche Jagdgäste sind nach US-Amerikanern die aktivsten Bärentöter in Kanada. Doch die EU wird möglicherweise im Mai über ein Importverbot für Braunbär-Trophäen aus BC entscheiden. Bereits im November 2001 war eine EU-Expertengruppe zu dem Schluß gekommen, dass die Bärenjagd in BC nicht vertretbar ist und hatte ein Embargo für Trophäen verhängt. Allerdings hob sie dieses bereits wenige Monate später vorläufig auf - nachdem die kanadische Regierung zukünftige Untersuchungen angekündigt hatte, ohne jedoch genaue Daten vorzulegen. "Die rücksichtslose Jagd auf Grizzlies schadet auch dem internationalen Ruf des Landes - im Artenschutz aber auch als begehrtes Urlaubsland für Naturtouristen. Immerhin bringt der Naturtourismus Regierung und Tourismusbranche wesentlich mehr Einnahmen als die Trophäenjagd", so die PRO WILDLIFE Expertin abschließend. Auch etwa 350.000 Deutsche besuchen Kanada jährlich. 26. März 2003 - Walfleisch-Importe erstmals in die EU ? München, den - Norwegen plant den Export von Fleisch und Speck von Zwergwalen in die zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln. Die Münchner Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE verweist auf die rechtlichen Probleme eines solchen Handels: "Dänemark würde damit den Import einer international streng geschützten Art zulassen und würde einen Vertragsbruch gegen das Washingtoner Artenschutzübereinkommen begehen." Norwegen hat einen formellen Einspruch gegen den strengen Schutz für den Zwergwal und ist somit nicht an das Handelsverbot gebunden, für Dänemark gilt dies dagegen nicht. Der EU-Staat räumt den Färöer-Inseln allerdings Sonderrechte ein. Zwergwalfleisch und -Speck aus Norwegen ist so stark mit Schwermetallen und anderen Giftstoffen belastet, dass japanische Verbraucherschützer die Einfuhr dieser Produkte im vergangenen Jahr zurückgewiesen haben. Der Schutz von Walen ist durch zwei internationale Gremien geregelt: Die Internationale Walfangkommission (IWC) beschloss 1982 ein Walfangverbot, das 1986 in Kraft trat. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) enthält ein absolutes Handelsverbot für alle Produkte aus Walen, inklusive Fleisch und Speck der Meeresriesen. Norwegen hat einen Widerspruch gegen diese Regelungen eingelegt und ist damit formaljuristisch nicht an Fang- und Handelsverbot gebunden. Trotzdem schreckte das skandinavische Land bis 2002 davor zurück, die internationalen Vorgaben zu ignorieren. Doch im vergangenen Jahr lieferte es erstmals 25 Tonnen Walfleisch nach Island, das ebenfalls nicht an das Handelsverbot gebunden ist. Im Falle der Färöer-Inseln ergeben sich allerdings erhebliche juristische Probleme: Denn die kleinen Inseln sind eine semi-autonome Region des EU-Mitgliedsstaates Dänemark. Das Mutterland ist im Rahmen des WA an das internationale Handelsverbot für Wale gebunden, hat aber offensichtlich grünes Licht für den Import auf die Färöer-Inseln gegeben. "Die EU und das WA sind nun aufgefordert, Dänemark wegen dieser Unterminierung des internationalen Artenschutzes zur Rede zu stellen", betont die PRO WILDLIFE Sprecherin. "Die geplanten Exporte von Walfleisch sind in engem Zusammenhang mit der im Juni stattfindenden IWC-Tagung zu sehen", so PRO WILDLIFE Expertin Dr. Sandra Altherr: "Norwegen will der Welt zeigen, dass es entweder seinen Willen für eine Lockerung des Walschutzes bekommt oder sich über alle demokratischen Absprachen hinwegsetzt." Norwegen hat für das laufende Jahr eigenmächtig eine Fangquote für 711 Zwergwale (= Minkwale) festgesetzt. Das Fleisch der Tiere wird größtenteils innerhalb Norwegens konsumiert, doch der Speck der Meeresriese findet kaum Abnehmer im eigenen Land. Japan als wichtigster Absatzmarkt hat im vergangenen Jahr Exporte aus Norwegen wegen der hohen Schadstoffbelastung der Walprodukte zurückgewiesen. Ein Import von belastetem Walfleisch auf die Färöer-Inseln ist auch für die Bewohner unverantwortlich. Gerade auf den Färöer-Inseln hatte vor wenigen Jahren eine Studie für Aufsehen gesorgt, die einen Zusammenhang zwischen einer Schädigung der Gehirnentwicklung bei Neugeborenen und Kleinkindern mit dem Verzehr von belastetem Walfleisch nachweist. 20. März 2003 - Jürgen Trittin: Verbraucher sollen auf FSC-Gütesiegel achten (BMU) Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat auf die herausragende ökologische Bedeutung natürlicher und naturnah bewirtschafteter Wälder hingewiesen. Anlässlich des internationalen Tag des Waldes am morgigen Freitag betonte Trittin: "Die Bundesregierung treibt zur Förderung der biologischen Vielfalt der Wälder eine naturnahe Waldbewirtschaftung entschieden voran. Damit ein solcher Waldbau flächendeckend in Deutschland betrieben wird, werden wir das Bundeswaldgesetz modernisieren. Der Bund wird auch in seinen eigenen Wäldern und bei seiner Holzbeschaffung Maßstäbe setzen." Mit Blick auf die bevorstehende Gartensaison rief der Bundesumweltminister die Verbraucherinnen und Verbraucher auf, beim Kauf von Garten- und Balkonmöbel aus Holz auf das FSC-Gütesiegel zu achten. Zu einer naturnahen Waldbewirtschaftung gehören standortheimische, stabile sowie arten- und strukturreiche Mischbestände, der Erhalt von Horst- und Höhlenbäumen für Vögel und Fledermäuse sowie von Totholz als Lebensraum für Insekten und Pilze. Verzichtet werden auf Kahlschläge, Entwässerung und Düngung zur Ertragssteigerung. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Freiburg, die im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) erarbeitet wurde, hat die wichtigsten Anforderungen an eine gute fachliche Praxis der naturnahen Waldbewirtschaftung zusammen gestellt. Die Waldflächen des Bundes werden in Zukunft nach den Regeln der naturnahen Waldbewirtschaftung unterhalten und - unter Berücksichtigung von Besonderheiten auf militärischen Übungsgeländen - nach FSC-Qualitätskriterien (Forest Stewardship Council) zertifiziert. Zu diesen Kriterien zählt etwa der grundsätzliche Verzicht auf Kahlschläge, die Erhaltung von Wäldern mit hohem Schutzwert, die Ausweisung unbewirtschafteter Waldbestände, der Vorrang für die Naturverjüngung und der Verzicht auf chemische Biozide. Tropenholz wird im Bereich des Bundes nur noch aus FSC-zertifizierten Beständen beschafft. Bis zum Ende der Legislaturperiode soll die gesamte Holzbeschaffung des Bundes auf diesen Standard umgestellt werden. Bundesumweltminister Trittin rief alle Beteiligten - die Waldnutzer ebenso wie die Naturschutzverbände - dazu auf, sich gemeinsam für einen raschen Ausbau des naturnahen Waldbaus in Deutschland einzusetzen. 20. März 2003 - Schutz der Wälder ist von globaler Bedeutung (BMVEL) "Der weltweite Schutz der Wälder bleibt eine wichtige Aufgabe." Darauf verwies Bundesverbrau-cherministerin Renate Künast anlässlich des Internationalen Tag des Waldes. Jährlich würden welt-weit 15 Millionen Hektar Wald zerstört - anderthalb mal so viel wie die gesamte Waldfläche Deutsch-lands. "Diese Tendenz muss gestoppt werden. Deshalb setzt sich die Bundesregierung national wie auch international für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ein", erklärte Künast. Hierzu gehören Maßnahmen gegen den illegalen Holzeinschlag und eine neue Beschaffungspolitik des Bundes. Fast 20 Prozent der deutschen Wälder (über zwei Millionen Hektar) unterliegen inzwischen einem strengen Schutzstatus zum Erhalt der Biodiversität. Davon sind über 90 000 Hektar Totalschutzgebie-te, in denen menschliche Eingriffe möglichst völlig unterlassen werden. Mit diesen Schutzanstrengun-gen und den Zielen einer möglichst naturnahen Waldbewirtschaftung ginge Deutschland mit gutem Beispiel voran, so die Ministerin. Dies sei auch für die internationalen Bemühungen von großer Be-deutung. Künast unterstrich die große Bedeutung weltweiter Maßnahmen zur Überwindung von Armut, Unter-ernährung und Landlosigkeit. Die Bundesregierung unterstützt deshalb Schritte für ein globales Netz-werk von Waldschutzgebieten, damit auch Urwälder mit ihren zahlreichen Pflanzen und Tieren, der Nachwelt erhalten bleiben. Auch der Sojaanbau für europäische Futtermittelmärkte dürfe nicht weiter auf Kosten der Regenwälder stattfinden, erklärte Künast. Statt dessen müssten der Landbevölkerung Einkommensalternativen eröffnet und damit der Rodung von Urwäldern entgegen gewirkt werden. Die 4. Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa, Ende April in Wien, wird Signale zur Walderhaltung setzen. Hier kommt es darauf an, Beschlüsse zur biologischen Vielfalt in den Wäldern Europas, zur Erhaltung der sozialen und kulturellen Bedeutung der Wälder, aber auch zur Verbesse-rung der ökonomischen Tragfähigkeit der Forstwirtschaft zu fassen. 20. März 2003 - Deutschland gehört weltweit zur Spitze bei der Entwicklung von Solarkraftwerken (BMU) Deutsche Forschungsinstitute und Firmen gehören weltweit zur Spitze bei der Entwicklung von solarthermischen Kraftwerken. Dazu hat das Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung mit seinen Forschungsvorhaben im Umfang von 10 Millionen Euro beigetragen. Zum Stand dieser Projekte im Bereich der solarthermischen Stromerzeugung veranstaltet das Bundesumweltministerium gemeinsam mit der KfW-Bankengruppe am morgigen Freitag in Berlin eine Fachkonferenz. In solarthermischen Anlagen werden Spiegelsysteme eingesetzt, die das Sonnenlicht bündeln und aus der entstehenden Wärme Strom erzeugen. Für den wirtschaftlichen Betrieb dieser Anlagen kommen als Standorte vor allem die sonnenscheinreichen Regionen der Erde südlich des 40. Breitengrades in Frage. Im Rahmen der Fachtagung sollen die bisher im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms erreichten Ergebnisse der Forschungsvorhaben diskutiert werden. Dabei geht es um Projekte wie das europäische Parabolrinnenkraftwerk, neue Solarturmkonzepte sowie kleinere Anlagen, die für eine dezentrale Energieversorgung in Frage kommen. Darüber hinaus sollen Finanzierungskonzepte für Sonnenkraftwerke vorgestellt und Möglichkeiten für die Einbindung in den Emissionshandel erörtert werden. Nach Auffassung des Bundesumweltministeriums kommt es nun darauf an, diese Anlagen zur umweltfreundlichen Stromerzeugung in den sonnenscheinreichen Ländern des Südens zu realisieren. Das würde nicht nur den Klimaschutz voranbringen, sondern auch Arbeitsplätze schaffen. Deshalb setzt sich das Bundesumweltministerium verstärkt für die Markteinführung dieser Technologie ein. Eine entsprechende Initiative wurde auf dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg im vergangenen Jahr gestartet. Fachleute schätzen die Chance als gut ein, dass nach jahrelangem Stillstand nun in absehbarer Zukunft Solarkraftwerke in Spanien, Indien und den USA gebaut werden. 19. März - Brücken für Tiere Mainz (ddp-rps). Durch den Bau von Wildbrücken über vielbefahrene Straßen sollen in Rheinland-Pfalz vom Aussterben bedrohte Tierarten wie die Wildkatze besser geschützt werden. Die bis zu 50 Meter breiten Querungshilfen ermöglichten es Tieren, Autobahnen und Bundesstraßen unbeschadet zu passieren und ihren Lebensraum zu vergrößern, sagte Umweltministerin Margit Conrad (SPD) bei der Vorstellung einer Broschüre zu den Wildkatzen am Mittwoch in Mainz. Schätzungen von Experten zufolge werden in Rheinland-Pfalz jährlich bis zu 200 Wildkatzen überfahren. Nach den Worten des Zweibrücker Biologen Mathias Herrmann, der im Auftrag des Landes den Wildkatzenbestand erforscht hat, stellt der Straßenverkehr eine "echte Bedrohung" für die als scheu geltenden Raubtiere dar. Zerschnitten würden die Lebensräume der Katzen vor allem von den Bundesstraßen 10 und 50 sowie den Autobahnen 1 und 48. Bislang haben Wildbrücken im Land noch Seltenheitswert. Dies soll sich mit dem Ausbau der B 50 ändern. Entlang der Bundesstraße, die in den kommenden Jahren auf einen autobahnähnlichen Standard erweitert werden soll, ist auf einem 20 Kilometer langen Abschnitt die Einrichtung von etwa acht Querungshilfen geplant, wie Ministerin Conrad erläuterte. Die Kosten pro Brücke werden auf ein bis drei Millionen Euro geschätzt. Weil von den Wildbrücken viele Tierarten profitieren, hält Conrad die geplanten Ausgaben für gerechtfertigt. Die Ministerin will nach eigenen Worten erreichen, dass der Bau von Wildbrücken bei der Planung von Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur künftig verstärkt in Betracht gezogen wird. Unterstützung für die Pläne des Landes kommt vom rheinland-pfälzischen Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Landesgeschäftsführer Erwin Manz machte jedoch darauf aufmerksam, dass Wildbrücken naturnah gestaltet werden müssten, damit die Tiere diese "Wanderkorridore" auch nutzen. Außerdem solle beim Anlegen von Steinbrüchen mehr auf Waldbestände mit hoher Wildkatzenpopulation geachtet werden, sagte Manz. Weitere Möglichkeiten zur Sicherung des Wildkatzenbestandes sieht die Ministerin Conrad in der Forstwirtschaft. "Alte Bäume müssen stehen gelassen werden, damit die Katzen in den Baumhöhlen ihre Jungen aufziehen können", sagte sie. Wichtig sei auch die Ausweisung von Naturparks. 19. März 2003 - Rheinland-Pfalz hat größten Wildkatzenbestand in Deutschland Mainz (ddp-rps). In keinem anderen Bundesland gibt es noch so viele Wildkatzen wie in Rheinland-Pfalz. Vom den bundesweit geschätzten 5000 Tieren lebt mehr als die Hälfte im Südwesten Deutschlands. Vor allem in der Eifel und im Hunsrück sind die Tiere zu Hause. Weitere Lebensräume sind der Pfälzer Wald, der Taunus und die nördlichen Vogesen. Noch vor 200 Jahren war die Wildkatze auch in anderen Teilen Deutschlands weit verbreitet. Intensive Bejagung führte jedoch zu einem drastischen Rückgang der Bestände. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Wildkatze dann nahezu ausgerottet. Obwohl sich die Population inzwischen wieder erholt hat, steht die Wildkatze noch immer auf der so genannten "Roten Liste" bedrohter Arten. Vor allem der zunehmende Straßen- und Siedlungsbau macht den Tieren zu schaffen. Wildkatzen haben ein längeres und dichteres Fell als Hauskatzen. Dadurch wirken sie schwerer und kräftiger, obwohl sie sich im Gewicht üblicherweise nicht von Hauskatzen unterscheiden. Kreuzungen zwischen Wild- und Hauskatzen sind trotz der engen Verwandtschaft selten. Auf dem Speiseplan von Wildkatzen stehen fast ausschließlich Mäuse. Nur ab und zu wird ein Kaninchen gerissen. Bei Biologen gilt die Wildkatze als "Leitart": Dort, wo die als anspruchsvoll geltenden Katzen zu finden sind, gilt die Natur noch als einigermaßen intakt. 19. März 2003 - NABU warnt vor Investitionsruinen bei Offshore-Windkraft durch unklare Rechtslage Anlässlich der Rede von Bundesumweltminister Jürgen Trittin vor dem Offshore-Finance-Circle hat der Naturschutzbund NABU davor gewarnt, durch unzureichende Berücksichtigung von Naturschutzinteressen beim Ausbau der Offshore-Windenergienutzung Investitionsruinen zu verursachen. "Windparks, die in potenziellen Meeresschutzgebieten errichtet werden, stehen rechtlich auf so wackeligen Beinen, dass sich Investoren ihr Engagement gut überlegen werden", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Ein Beispiel hierfür sei der Offshore-Windpark Butendiek, dessen Bau nach Ansicht des NABU gegen europäisches Recht verstoße, weil er in einem potenziellen Vogelschutzgebiet liege. Die klimaschonende Offshore-Windenergie werde nur dann eine Zukunft haben, wenn auch Naturschutzinteressen ausreichend berücksichtigt würden. "Wir brauchen Projekte, die einvernehmlich an geeigneten Standorten errichtet werden. Damit haben auch Investoren eine klare Perspektive und werden nicht von Rechtsstreitigkeiten verunsichert", erklärte Billen. Die Bundesregierung müsse daher ihre Strategie für den Ausbaustart überdenken und insbesondere für Butendiek einen neuen Standort suchen. "Die Konfrontation mit dem Naturschutz ist absurd und fügt den erneuerbaren Energien einen unnötigen Schaden zu", so der NABU-Bundesgeschäftsführer. 19. März 2003 - Im Frühling haben Möbel aus Raubbau-Hölzern Saison (ROBIN WOOD) Anlässlich des "Internationalen Tag des Waldes" warnt ROBIN WOOD VerbraucherInnen vor Gartenmöbeln, deren Holz aus Raubbau in den Tropen stammt. Wer gar die vielerorts angebotenen Teakprodukte aus Burma kauft, unterstützt damit obendrein ein menschenverachtendes Militärregime. Die beste Alternative: Produkte aus heimischem Holz ("Holz der kurzen Wege") mit dem Zertifikat des Forest Stewardship Council (FSC). Wer Tropenholz will, sollte in jedem Fall auf dieses Siegel bestehen und damit zeigen, dass er die voranschreitende Zerstörung der Tropenwälder nicht unterstützen will. Pünktlich zum Frühlingsanfang quellen die Briefkästen über mit Werbung für Gartenmöbel. ROBIN WOOD-Recherchen zeigen: Es werden überwiegend Tropenholzprodukte angeboten; nur ein geringer Teil davon trägt das Zertifikat des FSC. Dies ist das einzige Siegel, das ROBIN WOOD und andere namhafte Umweltverbände derzeit als Garant für umwelt- und sozialverträgliche Forstwirtschaft in den Tropen akzeptieren. Auf der jüngsten Kölner Gartenmöbelmesse hatte ROBIN WOOD festgestellt, dass verstärkt Teakholzprodukte aus Burma - von der Militärregierung in Myanmar umbenannt - angeboten werden. Die Waldfläche Burmas nimmt stetig ab: Zu Beginn der Militärdiktatur 1988 war noch etwa die Hälfte des südostasiatischen Landes bewaldet, heute ist es nur noch etwa ein Drittel. Um den Profit zu steigern, plündern die Militärs die Waldreserven. Die Einnahmen dienen dazu, die eigene Bevölkerung zu unterdrücken. So setzen die Machthaber Burmas Sklavenkommandos ein. Kein anderes Land hat mehr Kindersoldaten als Burma - nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens 70.000. Daher unterstützt auch die Anführerin der Opposition und Friedensnobelpreisträgerin, Daw Aung San Suu Kyi, den Boykott von Produkten aus Burma, die den Profit der Militärs steigern. "Wer beim Kauf von Gartenmöbeln nicht aufpasst, trägt zur Zerstörung des Regenwaldes bei und macht sich im schlimmsten Fall auch an der Ausbeutung und Unterdrückung unschuldiger Menschen mitschuldig", sagt Tropenwaldreferent Jens Wieting von ROBIN WOOD. Mit ihrer Gartenmöbel-Kampagne engagiert sich die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD seit Jahren für einen verantwortungsvollen Umgang mit Tropenholz. Nach ROBIN WOOD-Protesten verpflichteten sich der Metro-Konzern (mit den Kaufhäusern Real, Kaufhof, Metro C&C, Kaufhalle, Extra und Praktiker), die Baumarktketten Hornbach und Bauhaus sowie der Kaffeeröster Tchibo, keine Tropenholzprodukte ohne FSC-Siegel mehr zu verkaufen. Auch IKEA sagte zu, nur noch dann Teakmöbel zu verkaufen, wenn sie das FSC-Siegel tragen. Den VerbraucherInnen steht ROBIN WOOD gern mit Rat und Tat zur Seite: Wer unsicher ist, ob Werbeaussagen zu Produkten aus Tropenholz korrekt sind, kann sich an die Tropenwald-ExpertInnen von ROBIN WOOD wenden (Tel. 040 / 380 892 18 oder tropenwald@robinwood.de). 18. März 2003 - Deutschlands Waldfläche nimmt weiter zu (Statistisches Bundeamt) Wie das Statistische Bundesamt zum Internationalen Tag des Waldes am 21. März 2003 mitteilt, hat die Waldfläche in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Zwischen den Jahren 1993 und 2001 betrug der durchschnittliche jährliche Flächenzuwachs fast 100 km²; das entspricht der Fläche der Stadt Mainz. Im Jahr 2001 waren 29,5% oder 105 314 km² der Bodenfläche Deutschlands (357 031 km²) mit Wald bedeckt. Unter den Flächenländern hat Rheinland-Pfalz mit 40,8% den höchsten und Schleswig-Holstein mit 9,5% den niedrigsten Waldanteil. Den größten Anteil an der Bodenfläche Deutschlands - allerdings mit sinkender Tendenz - machten 2001 mit 53,5% Landwirtschaftsflächen aus. Für Siedlungs- und Verkehrszwecke wurden - mit zunehmender Tendenz - 12,3% der Bodenfläche genutzt. Wasserflächen bedeckten 2,3% und Sonstige Flächen (Abbauland, Unland u.a.) 2,4% der Bodenfläche Deutschlands. 9. März 2003 - Studie: Vegetarier leben länger mp Heidelberg - Vegetarier haben größere Chancen auf ein langes Leben als Fleischesser. Dies geht jetzt aus einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums hervor. Danach stehen 100 in der Altersgruppe der Studienteilnehmer zu erwartenden Todesfällen nur 59 tatsächliche bei den Vegetariern gegenüber. Betrachtet man nur die männlichen Studienteilnehmer, so ist das so genannte Sterblichkeitsrisiko mit nur 52 tatsächlichen Todesfällen noch geringer. An der Studie, die seit 1978 unter der Leitung von Privatdozentin Dr. Jenny Chang-Claude läuft, nehmen rund 1 900 Vegetarier teil. Die Wissenschaftler unterteilten die Studienteilnehmer nach verschiedenen Ernährungstypen. Eine kleine Gruppe von 60 Teilnehmern verzichtet außer Fleisch auch auf andere tierische Lebensmittel wie Eier oder Milch (Veganer). Zwei Drittel der Studienteilnehmer meiden Fleisch, essen aber Eier und Milchprodukte (Ovo-Lakto-Vegetarier), rund ein Drittel isst gelegentlich kleine Mengen an Fleisch oder Fisch (moderate Vegetarier). Vergleicht man diese drei Kategorien, so scheinen sich die gelegentlichen Fleischkonsumenten für die gesündeste Ernährungsweise entschieden zu haben. Somit kann das verringerte Sterblichkeitsrisiko nicht mit dem völligen Verzicht auf Fleisch und Fisch erklärt werden. Neben der Ernährungsweise erfasst die Studie auch andere Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder körperliche Aktivität: Wie erwartet, erhöht Rauchen das Sterblichkeitsrisiko im Durchschnitt um 70 Prozent. Dagegen können sich Teilnehmer freuen, die ihre körperliche Aktivität als mittel oder hoch angeben: Im Vergleich zu Bewegungsmuffeln ist ihr Sterblichkeitsrisiko um ein Drittel verringert. 12. März 2003 - Elfenbein im Internet: Ebay und illegaler Tierhandel Bonn (dpa) - Über das Internet-Auktionshaus Ebay werden nach Angaben von Naturschützern jedes Jahr mehr als 10 000 vom Aussterben bedrohte Tiere vermarktet - ein Millionengeschäft. Es handelt sich hierbei nicht um lebende Tiere, sondern um Tierteile oder aus Tieren hergestellte Artikel. Das Bonner Komitee gegen den Vogelmord prüfte jetzt das Auktionsangebot und stieß auf mehr als 1600 Auktionen, in denen zum Beispiel Tigerschädel, Krokotaschen, Bärenfelle, Elfenbein, präparierte Adler und Walzähne angeboten wurden. Das Komitee erstattete Anzeige gegen Ebay und gegen die beteiligten Verkäufer wegen Verdachts auf illegalen Tierhandel. "Ebay stellt Tierschmugglern und Wilderern die Anonymität zur Verfügung, die sie für den Handel mit ihrer illegalen Ware benötigen. Angesichts der geringen Bestände vieler Arten ist dies aus Sicht des Artenschutzes extrem Besorgnis erregend", sagte Axel Hirschfeld, Sprecher des Komitees. Über die Internetseiten von Ebay würden im großen Umfang besondere beziehungsweise streng geschützte Tierarten zum Verkauf angeboten, die in Deutschland strengen Vermarktungs- und Verkehrsverboten unterliegen. Dabei handelt es sich nach Angaben der Naturschützer hauptsächlich um ausgestopfte Greifvögel und Eulen, Wildkatzenfelle sowie Elfenbeinprodukte. Besonders Besorgnis erregend sei der Handel mit Präparaten europäischer Greifvögel und Eulen, erläuterte Hirschfeld. Darunter fielen Mäusebussarde, Turmfalken, Sperber, Habichte, Waldkäuze, Schleiereulen, Uhus, Schneeeulen und Seeadler. Im Auftrag des Komitees hatten Biologen 30 Tage lang alle Angebote auf den Ebay- Seiten erfasst, in denen Produkte aus besonders und streng geschützten Tierarten vermarktet werden. Es sei furchtbar, dass Wilderer und Tierhändler über ein anonymes Medium von zu Hause aus weltweit exotische Tiererzeugnisse wie Elfenbein oder Leopardenfelle verbreiten könnten, kritisierte das Bundesamt für den Naturschutz (BfN). Für den Artenschutzvollzug beim Handel innerhalb Deutschlands sei zwar nicht das Bundesamt zuständig, doch beobachtete es die Vorgänge seit einiger Zeit sehr argwöhnisch. "Hier sind eigentlich die einzelnen Landesämter für Naturschutz zuständig, die beim Tierhandel innerhalb Deutschlands über die Einhaltung der Artenschutzgesetze wachen. Das Bundesamt hat aber eigene Ebay-Fälle, bei denen über das Internet von Deutschland in Drittländer viele Artenschutzgesetze schlichtweg übergangen werden", erklärt BfN-Artenschutz-Referent Stefan Raths. Selbst innerhalb Deutschlands schrecke man nicht davor zurück, die Artenschutzgesetze zu ignorieren. Als Marktplatz-Betreiber sei die Firma nicht für den Verkauf derartiger Artikel verantwortlich, wohl aber für die Wahrung eines "sauberen Marktplatzes", heißt es in der Stellungnahme des Auktionshauses. Gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sei der Verkauf von lebenden Tieren, Produkten und Präparaten geschützter Tierarten sowie geschützter Pflanzen und deren Präparaten verboten. Allerdings gebe es eine Reihe von Artikeln, die nicht unter das Verkaufsverbot fielen. Da verbotene Artikel auf dem Ebay-Marktplatz schwer zu entdecken seien, sei Ebay auf äußere Hilfe angewiesen. Ebay setze sich mit einer Marktplatzpolizei gegen den Verkauf verbotener Artikel ein, erläuterte Ebay-Sprecher Joachim Guenthert. Mit Stichproben würden relevante Bereiche des Ebay-Marktplatzes durchsucht. Sollte ein eindeutiger Verkaufsverstoß vorliegen, werde der Artikel aus dem Sortiment gelöscht. Falls es doch zu unerlaubten Verkäufen kommen sollte, würde Ebay dem Käufer nichts berechnen. Das Bonner Komitee gegen den Vogelmord sieht das anders. Seinen Schätzungen zufolge werden über Ebay täglich mehrere Dutzend Straftaten im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes begangen. 6. März 2003 - Schweizer Luchs wird vor Single-Dasein in Deutschland gerettet Genf (dpa) - Ein Luchs, der Ende Januar im Schweizer Kanton Thurgau in der Nähe des Bodensees freigelassen wurde, ist auf dem Weg nach Deutschland. Das Schweizer Bundesumweltamt bestätigte am Donnerstag einen Bericht der "Thurgauer Zeitung", wonach das Luchsmännchen Turo nicht wie gewünscht in St. Gallen, sondern in entgegengesetzter Richtung im Kanton Schaffhausen an der Grenze zu Deutschland unterwegs sei. Turo hat dabei sowohl die Thur, als auch den Rhein und eine Autobahn überquert. Da es im benachbarten Schwarzwald keine Luchse gibt und Turo als Single leben müsste, soll er vor einer möglichen Grenzüberschreitung noch einmal eingefangen werden. Geschossen werden darf der Luchs nicht, weil er unter Artenschutz steht. 6. März 2003 - Blutige Trophäenjagd im Traumreiseland Kanada Kanadas Image als Naturparadies bröckelt: In British Columbia (B.C.) werden jährlich hundete der bedrohten Grizzlys von Hobbyjägern erlegt. Zum Auftakt der morgen beginnenden ITB verweisen die Tourismus- und Naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Undine Kurth, und die Münchner Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE auf die traurige Spitzenposition deutscher Jagdtouristen hierbei: "Die offiziell genehmigten Jagdquoten in B.C. sind ökologisch hoch bedenklich und werden zudem nicht eingehalten. Deutsche sind die zweitaktivsten Bärentöter in B.C.", betont Kurth. Die PRO WILDLIFE-Expertin Daniela Freyer ergänzt: "Die EU hatte deshalb im November 2001 ein Importverbot für Grizzly-Jagdtrophäen aus B.C. verhängt, dieses aber auf Druck der kanadischen Jagdlobby im April 2002 wieder zurückgenommen." Die Grünen-Politikerin und PRO WILDLIFE fordern die EU-Kommission auf, erneut ein Importverbot für die Grizzly-Trophäen zu beschließen und somit zum Erhalt der bedrohten Tiere beizutragen. Die Zeit drängt, denn Anfang April beginnt die nächste Saison der Frühjahrs-Bärenjagd. Kanadas Tourismusbranche lebt vom Image der nahezu unberührten Natur, die Urlauber aus aller Welt genießen möchten. Etwa 350.000 Deutsche besuchen das Land jährlich. Einige von ihnen sind allerdings eher darauf aus, Jagd auf Kanadas größtes Landsäugetier, den Grizzlybären, zu machen. "Zwar zahlen betuchte Hobbyjäger rund 10.000 US Dollar für den Abschuss eines imposanten Grizzlys, doch nimmt die Provinzregierung in B.C. hierdurch deutlich weniger Geld ein als durch Touristen, die kommen, um lebende Bären zu beobachten, so Undine Kurth, Tourismus- und Naturschutzexpertin von Bündnis 90/Die Grünen. Über 12.000 Grizzlys gab die BC-Provinzregierung in den letzten 36 Jahren zum Abschuss frei - ein Aderlass, den die Bestände nach Expertenmeinung nicht verkraften können. In einem Großteil seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes in Nordamerikas ist der Grizzly bereits ausgerottet. "Auch in Kanada schrumpft sein Lebensraum unaufhörlich und die Trophäenjagd verschlimmert die Situation", erläutert PRO WILDLIFE Sprecherin Freyer. Sie fordert die Bundesregierung auf, ihr bisheriges Engagement für den Grizzly weiterzuführen und sich auf EU-Ebene erneut für ein Importverbot stark zu machen. Die nordamerikanischen Braunbären sind nach EU-Recht zwar streng geschützt, doch für Trophäen sind Ausnahmen möglich. "Falls sich die EU nicht zu strengen Schutzmaßnahmen durchringen kann, haben die deutschen Behörden immer noch die Möglichkeit, Importanträge von hiesigen Hobbyjägern abzulehnen", betont Freyer. In der Vergangenheit hatte die B.C. Provinzregierung die Grizzly-Bestandszahlen manipuliert und kritische Studien unterschlagen, um auch weiterhin überhöhte Jagdquoten zu rechtfertigen. Ein im Januar 2001 beschlossenes temporäres Jagdverbot wurde nur wenige Monate später von der Nachfolgeregierung wieder aufgehoben. Eine neue Bestandsstudie wird seit Ende letzten Jahres erwartet, doch erneut wird die Veröffentlichung der Ergebnisse verzögert. Die Grünen-Politikerin Kurth und PRO WILDLIFE fordern die Provinzregierung von B.C. auf, das Jagdverbot von 2001 wieder in Kraft zu setzen, um dem ökologischen Vorsorgeprinzip gerecht zu werden. Die Trophäenjagd ist aus ökologischer Sicht äußerst fragwürdig: Sie zielt auf die stärksten, erfahrensten und für die Arterhaltung somit besonders wichtigen Tiere ab und steht damit im krassen Gegensatz zu den Selektionsmechanismen der Natur, die kranke und schwache Tiere tötet. Wird dann noch, wie im Falle der Grizzlys, eine Jagdlizenz häufig für mehr als ein Tier benutzt, z.B. weil die erlegte Trophäe nicht kapital genug erscheint, sind die Auswirkungen auf das Überleben der Art besonders fatal. Quelle/Text: (link:http://www.prowildlife.de)Pro Widlife 6. März 2003 - Pinselohren auf der Abschussliste Schlechte Zeiten für die norwegischen Luchse. Während sich andere europäische Länder um die Wiederansiedlung der scheuen Waldbewohner bemühen, haben die Norweger in dieser Saison erneut 85 Tiere zum Abschuss freigegeben. Der WWF kritisiert diese Entscheidung scharf. "Nicht einmal Mutter- und Jungtiere werden verschont. Das gefährdet das Überleben der Art und ist ein Armutszeugnis einer sich im internationalen Umweltschutz um Ansehen bemühten Nation", betont Peter Prokosch, Geschäftsführer beim WWF Deutschland. In den vergangenen Jahren haben die Jäger den Bestand des Eurasischen Luchs (Lynx lynx) in Norwegen mehr als halbiert. Nur rund 350 Tiere haben die Hatz überlebt. Rund ein Viertel davon wird die laufende Jagdsaison, die noch bis Ende April andauert, wohl nicht überleben. In diesem Jahr fielen bereits 35 Tiere den Kugeln norwegischer Jäger zum Opfer. Im Zusammenhang mit der Jagd auf die Wildkatze kritisiert der WWF die norwegische Forstpolitik. "Offiziell werden zwar fast 80 Prozent der dortigen Wälder nachhaltig bewirtschaftet. Tatsächlich gibt es jedoch weniger als ein Prozent wirklich geschützte Wälder. Wenn die Waldwirtschaft nicht einmal das Überleben der norwegischen Pinselohren gewährleisten kann und an anderer Stelle sogar die Ausrottung der Wölfe fordert, zeigt das, wie wenig ernst sie ihre eigenen Vorgaben nimmt", kritisiert Peter Prokosch. Der WWF fordert eine nationale Strategie, damit der Luchs dauerhaft in Norwegen überleben kann. Bislang erschweren regionale Abschußquoten ein koordiniertes Vorgehen. Einige Verwaltungsbezirke wollen die Wildkatzen sogar völlig ausrotten und begründen die hohen Abschußquoten z.B. mit gerissenen Schafen. Für den WWF ist das ein vorgeschobenes Argument. "Luchse jagen vor allem Rehe, Füchse und Hasen. Ein Vielfaches der hoch subventionierten Schafe stirbt jährlich im norwegischen Autoverkehr und aufgrund einer im Vergleich zu anderen Ländern völlig unüblichen, laschen Betreuung der Haustiere", erläutert Peter Prokosch. Norwegen, wo selbst in Nationalparken Schafe Konkurrenten von wild lebenden Säugetieren seien, müsse etwas tun, wenn sein Natur-Image nicht ernsthaft Schaden erleiden solle. Der WWF will erreichen, dass die Luchs-Population in Norwegen in den kommenden fünf Jahren wieder auf mindestens 600 Exemplare anwächst. Zum Überleben der Art seien mindestens 200 fortpflanzungsfähige Weibchen nötig. Insgesamt leben in Europa noch etwa 7.000 Tiere. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckte sich über ganz Europa von den Pyrenäen bis zum Ural, von Griechenland bis an die Grenze der Taiga im nördlichen Skandinavien und Russland. Quelle/Text: (link:http://www.wwf.de)WWF 4. März 2003 - Polizei beschlagnahmt illegale Tiertrophäen In Sachsen ist es der Polizei gelungen, einem kriminellen Tierhändler das Handwerk zu legen. Bei einer Hausdurchsuchung in Dresden beschlagnahmten Beamte des Landeskriminalamtes Sachsen am Freitag eine umfangreiche Sammlung ausgestopfter Tiere, darunter mehrere Dutzend Greifvögel und Eulen, geschützte Singvögel sowie einen vom Aussterben bedrohten Luchs. Den entscheidenden Hinweis erhielten die Fahnder von Mitarbeitern des Bonner Komitees gegen den Vogelmord. Nach Informationen der Vogelschützer wurden die sichergestellten Trophäen gehortet, um sie über das Internet-Auktionshaus Ebay meistbietend zu versteigern. Das Komitee hatte sämtliche Tier-Auktionen des Dresdeners bei Ebay über einen Zeitraum von 30 Tagen beobachtet und anschließend die Behörden informiert. "Hier hat es einen ganz dicken Fisch erwischt!" freut sich Komitee-Sprecher Axel Hirschfeld. Der beschuldigte Händler war im Februar 2002 Mitglied bei Ebay geworden und hatte seitdem mindesten 156 Auktionen veranstaltet, bei denen seltenste Tierarten an Liebhaber und Trophäensammler verkauft wurden. Unter den versteigerten Seltenheiten befanden sich nach Angaben der Vogelschützer hoch bedrohte Falken, Sperber, Steinkäuze, Waldohreulen, Eisvögel, Seeschwalben, Spechte und Brachvögel. Alle Arten stehen in Deutschland unter strengem Schutz und dürfen nicht vermarktet werden. Der Verkauf stellt nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine Straftat dar und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren geahndet werden. "Die Razzia in Dresden zeigt einmal mehr, daß illegale Tierhändler ihre schmutzigen Geschäfte über die Seiten von Ebay abwickeln!", so Hirschfeld weiter. Eine Komitee Studie hätte nachgewiesen, daß innerhalb eines Monats mehr als 1600 geschützte Tiere bei Ebay verkauft wurden, darunter ausgestopfte Vögel, Reptilien, Rohelfenbein, Bären- und Raubkatzenfelle. Obwohl das Auktionshaus bereits mehrfach aufgefordert wurde, Angebote geschützter Arten zu löschen, habe sich Ebay "einen feuchten Kehricht darum gekümmert, gegen Kriminelle auf seinen Seiten vorzugehen"(Hirschfeld). Die Vogelschützer haben deshalb auch Strafanzeige gegen Ebay wegen des Verdachts der Unterstützung von Artenschutz-Straftaten erstattet. Quelle/Text: Komitee gegen den Vogelmord e.V. 3. März 2003 - CITES wird 30 Jahre alt Vor dreißig Jahren, am 3. März 1973, wurde das internationale Washingtoner CITES gegründet (mehr dazu unter: CITES). Bei der letzten CITES-Konferenz im November 2002 wurde unter anderem beschlossen, den Handel mit Wal-Produkten weiterhin zu verbieten. Erstmals konnten auch Schutzmaßnahmen für Haie, Seepferdchen und den selten gewordenen Großblättrigen Mahagoni beschlossen werden. Trotzdem muss alles daran gesetzt werden, die Maßnahmen zur Durchführung der CITES-Verordnungen weiter zu verstärken, meint AWC-Vorstand Felix Struening. |