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Archiv
Juni 03
30. Juni 2003 - Trotz Verbot blüht in Indien der Handel mit Elfenbein (WWF) Trotz eines seit den 70er Jahren bestehenden Verbots blüht in Indien der Schwarzhandel mit Elfenbein. Das geht aus einem heute veröffentlichten Report von TRAFFIC hervor, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und Weltnaturschutzunion IUCN. Demnach ist der Handel mit dem Elfenbein von Elefanten bis heute im gesamten Land weit verbreitet. WWF-Artenschutzexperte Roland Melisch erklärt: "Aufgrund der restriktiven Gesetzgebung Indiens hat sich der Binnenmarkt für Elfenbein in den Untergrund verlagert." Dort finde er außerhalb jeder staatlichen Kontrolle statt und erlebe deshalb gerade eine neue Blütezeit. Melisch: "Die indischen Behörden müssen sich fragen lassen, warum ihre Gesetze mit solcher Leichtigkeit und Regelmäßigkeit gebrochen werden können." Der WWF-Experte fordert die Verantwortlichen auf, entschieden gegen Wilderei und Schwarzhandel vorzugehen. Die Artenschützer von TRAFFIC untersuchten den indischen Elfenbeinhandel in den Jahren 2000 und 2001. Ergebnis: Noch immer verwenden Hunderte Elfenbeinschnitzer den verbotenen Rohstoff für die Herstellung ihrer Produkte. Das Elfenbein stammt von gewilderten oder als Arbeitstier gehaltenen indischen Elefanten, aus unkontrollierten alten Lagerbeständen, oder es handelt sich um Schmuggelware aus Afrika. Eine effiziente Kontrolle der Binnenmärkte kann nach Ansicht des WWF helfen, endlich die verbreitete Elefanten-Wilderei einzudämmen. "Die Zahl solcher Märkte wächst in Afrika und Asien beständig. Sie stellen eines der größten Probleme im Elefantenschutz dar", erklärt Roland Melisch. Die indische Regierung ergriff 1977 mit einem neuen Gesetz weitreichende Maßnahmen, um den binnenländischen und den internationalen Handel mit Elfenbein und Produkten aus Elfenbein unter Kontrolle zu bringen. Der Oberste Gerichtshof entschied 1997 in einem Präzedenzfall, kein Bürger habe ein Recht auf Handel mit heimischem oder importiertem Elfenbein. Doch nach wie vor interessieren sich Touristen wie Einheimische gleichermaßen für Andenken aus Elfenbein, etwa für Schnitzereien, Siegelzeichen und Schmuck. Der WWF-Experte: "Der Anreiz für die Elfenbeinschnitzer ist groß, weil sich damit zehnmal höhere Profite als mit vergleichbaren Produkten aus anderem Material erwirtschaften lassen." Zwischen 1996 und 2001 gelang es indischen Fahndern, durchschnittlich 270 Kilogramm Roh-Elfenbein pro Jahr sicherzustellen. Roland Melisch: "Diese Zahlen können sicherlich als großer Erfolg im Kampf gegen den Elfenbeinschmuggel gewertet werden. Sie zeigen aber auch, dass der Handel nach wie vor blüht, und dass Indien auf dieses Problem nicht angemessen reagiert." 25. Juni 2003 - Weißer Hai im Schlaraffenland (dpa) Ein weißer Hai hat fünf Tage lang in einem Zuchtbecken für Thunfische sein Unwesen getrieben. Die Besitzer der Thunfischfarm in Australien konnten erst wieder aufatmen, als ein Hai-Verhaltens-Spezialist, der extra aus Sydney eingeflogen wurde, den vier Meter langen Raubfisch wieder ins Meer locken konnte. Alle vorherigen Köder der Züchter hatte das Haiweibchen ignoriert. Es war über einen zweieinhalb Meter hohen elektrisch geladenen Zaun in das Zuchtbecken gesprungen, ohne dabei Schaden zu nehmen. Den haben wohl aber einige der Thunfische erlitten... 19. Juni 2003 - IWC-Tagung in Berlin hat Walschutz deutlich vorangebracht (BMVEL) "Die 55. Jahrestagung der Internationalen Walfang-Kommission in Berlin hat den Schutz der Wale deutlich vorangebracht. Das Walfangmoratorium blieb unangetastet und mit der Annahme der Berlin Initiative wurde der Walschutz als ein Kernanliegen der IWC anerkannt und erhält einen deutlich höheren Stellenwert als bisher". Das erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Matthias Berninger, am heutigen Abschlusstag der Tagung. Die Bundesregierung werde sich auch in Zukunft mit Nachdruck für den Schutz der Meeressäuger einsetzen. Als besonderen Erfolg wertete Berninger die Annahme der Berlin Initiative für den Walschutz. Erhaltung und Schutz der Wale erhielten damit in der IWC deutlich mehr Gewicht als bisher. Dies sei zugleich ein wichtiger Schritt zur Modernisierung und damit zur Stärkung der IWC. Die Zukunft liege im Schutz und in der nachhaltigen Nutzung der Wale, so der Staatssekretär. Wichtig sei, dass sich Beides keineswegs ausschließe, denn nachhaltige Nutzung bedeute nicht Walfang, sondern Walbeobachtung. Jetzt komme es darauf an, die Initiative, die auch Kleinwale und Delphine einschließe, mit Leben zu erfüllen. Hierzu sei ein spezieller Walschutz-Ausschuss gebildet worden, der sich vor allem mit der Gefährdung der Tiere durch menschliche Aktivitäten befassen soll, wie z.B. Umweltverschmutzung, Klimaveränderung, Beifang in der Fischerei, Schiffsverkehr, Unterwasserlärm oder Off-Shore-Aktivitäten. Große Erfolge für den Walschutz seien auch die Verabschiedung weiterer Resolutionen, so Berninger. Dies betreffe . eine von Deutschland eingebrachte Resolution zum wissenschaftlichen Walfang, die darauf abziele, den japanischen wissenschaftlichen Walfang zu beenden und Island dazu zu bringen, gar nicht erst mit dem wissenschaftlichen Walfang zu beginnen und eine von Australien eingebrachte und von Deutschland unterstützte Resolution gegen den wissenschaftlichen Walfang Japans im Südpazifik. Berninger begrüßte außerdem, dass ein japanischer Antrag auf kleinen Küstenwalfang verhindert werden konnte. Diese Absicht Japans erfülle ganz eindeutig die Kriterien des kommerziellen Walfangs und falle deshalb unter das Moratorium. Der Staatssekretär bedauerte, dass es in der Frage der Schutzgebiete keine Fortschritte gegeben habe. Die Anträge Brasiliens und Argentiniens zur Errichtung eines Walschutzgebietes im Südatlantik sowie Australiens und Neuseelandes zur Festlegung eines Schutzgebietes Südpazifik hätten auch in diesem Jahr die erforderliche Dreiviertelmehrheit verfehlt. Die Anträge würden im kommenden Jahr erneut eingebracht. Er bedauerte auch, dass eine von Italien eingebrachte und von Deutschland unterstützte Resolution zum Beifang von Walen in der Fischerei wegen Uneinigkeit über Detailfragen zurückgezogen wurde. Berninger wies in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, wie wichtig die am Montag verabschiedete Berlin-Initiative und der beschlossene Walschutz-Ausschuss sei, der sich nunmehr vordringlich um die Beifangproblematik kümmern müsse. Ebenfalls keinen Fortschritt habe es bei den Beratungen zum Bewirtschaftungssystem (Revised Management System - RMS) gegeben. Berninger zeigte sich enttäuscht, dass die Walfangseite nicht bereit gewesen sei, auch nur die geringsten Zugeständnisse im Hinblick auf Kontrolle und Berücksichtigung von Tierschutzaspekten zu machen. "Der Schutz der Wale muss Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben. Wir werden auch in Zukunft nicht locker lassen, wenn es darum geht den Walschutz voranzubringen", so Berninger. 19. Juni 2003 - Walfangtagung: Fortschritte im Walschutz (Pro Wildlife) Die heute in Berlin zu Ende gegangene Tagung der Internationalen Wal-fangkommission (IWC) hat entscheidende Verbesserungen für den Schutz von Meeressäugern erbracht. Die Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE, die an der Tagung teilnahm, hebt dabei die Entscheidung der IWC hervor, sich zukünftig stärker der Bedrohung von Kleinwalen und Delfinen zu widmen. Zigtausend sterben jedes Jahr u.a. als "Beifang" der kommerziellen Fischerei aber auch durch direkte Bejagung. Die Auswirkungen der massiven Umweltverschmutzung auf die Wale soll ebenfalls stärker berücksichtigt werden. "Auch die klare Absage der IWC an Islands und Japans Walfang unter dem Deckmantel der "Wissenschaft" ist sehr erfreulich. Island wird sich nun überlegen müssen, ob es nach 14 Jahren Pause wieder Wale fangen und sich damit ins Abseits der internationalen Staatengemeinschaft stellen will", fasst Dr. Sandra Altherr, PRO WILDLIFE Expertin vor Ort zusammen. Die wichtigsten Entscheidungen der diesjährigen IWC-Tagung: · Die u.a. von Deutschland eingebrachte "Berlin-Initiative" wurde angenommen. Damit wird sich die IWC stärker dem Schutz der Wale, u.a. vor den Folgen der Meeresverschmutzung und -erwärmung, widmen. Auch Kleinwale und Delfine, bislang nahezu vogelfrei, sollen stärker geschützt werden. · Islands und Japans angeblicher "Wissenschaftswalfang" wurde von der IWC als Missbrauch der IWC-Bestimmungen entlarvt. Die IWC forderte die beiden Regierungen auf, keine Genehmigungen für "Wis-senschaftswalfang" zu erteilen und lediglich nicht-tödliche Methoden zur Erforschung der Wale anzuwenden. An Japan ging zudem der Appell, umgehend das Forschungsprogramm JARPA in der Antarktis zu beenden, da der dortige Zwergwalbestand offenbar rückläufig ist. · Island gerät zunehmend durch kritische Fragen anderer IWC-Staaten in Bedrängnis: So kritisierte Deutschland den angeblichen "Beifang" eines Buckelwals und den anschließenden Verkauf des Fleisches in isländischen Supermärkten. Denn die staatliche Erlaubnis, solche Tiere zu vermarkten, ist ein starker finanzieller Anreiz für Fischer, Wale aktiv in die Netze zu treiben. Auch die veraltete Ausrüstung auf den Walfangbooten, die Island für den Zwergwalfang einsetzen will, war Gegenstand heftiger Kritik. · Die Jagd auf Kleinwale wurde scharf kritisiert. Insbesondere die Bestände der Narwale und Belugas in Russland und dem zu Dänemark gehörenden Grönland sind stark rückläufig. · Wermutstropfen für die Walschützer: Die beiden beantragten Schutzgebiete für Wale im Südpazifik und Südatlantik scheiterten am Widerstand der Walfangländer. "Hierfür hätten wir eine Dreiviertelmehrheit gebraucht. Daran ist bei den jetzigen Stimmenverhältnissen dank Japans Stimmenkauf gar nicht zu denken", erläutert die PRO WILDLIFE Sprecherin. Mit dem Gesamtergebnis der Konferenz äußerte sich die Artenschützerin dennoch sehr zufrieden und begrüßte auch das große Engagement der Bundesregie-rung für den Walschutz. Japan setzte sich während der gesamten IWC-Tagung ins diplomatische Abseits - durch seinen Unwillen zur Kooperation mit der IWC, aber uch durch seine offensichtliche Korruptionspolitik v.a. in armen Entwicklungsländer. Zu den Japan-dominierten Ländern auf IWC-Tagungen gehören die karibischen Inselstaaten Antigua & Bar-buda, Dominika, St. Lucia, St. Vincent & Grenadines, St. Kitts & Nevis, aber auch die Solomonen, die Mongolei und die afrikanischen Staaten Benin, Marokko und Guinea, sowie die IWC-Neumitglieder Palau und Panama. Japan möchte durch seinen Stimmenkauf ein Kippen der Mehrheitsverhältnisse innerhalb der IWC zu Gunsten der Walfangländer erreichen. 19. Juni 2003 - Neue Impulse für Walschutz: Freude über positive Ergebnisse der Berliner IWC-Tagung (WWF) Zum Abschluss der 55. Tagung der Internationalen Walfangkommission in Berlin zieht der WWF ein positives Resümee: Dank des Erfolgs der sogenannten Berliner Initiative, einer neuen Schutzstrategie für die Wale, kann jetzt im Rahmen der Konvention nach Lösungen für viele Bedrohungen der Wale gesucht werden. "Der Schutzgedanke für alle Wale, Delfine und Tümmler ist ins Herz der IWC gerückt," bewertet Volker Homes, WWF-Walexperte, die Ergebnisse der diesjährigen Tagung. "Damit stellt diese Woche einen Wendepunkt in der Geschichte der IWC dar!" Durch die Berliner Initiative können sich die IWC Mitgliedsstaaten nun einer Vielzahl von Bedrohungen für die Wale annehmen. Das betrifft neben dem kommerziellen Walfang den Beifang in Fischernetzen, die Verschmutzung der Meere, den Klimawandel und die Gefährdung durch Unfälle mit Schiffen. Mexiko hatte die Bildung eines solchen Gremiums im Vorfeld der diesjährigen IWC-Konferenz vorgeschlagen. Unterstützt wurde die Initiative von walschutzfreundlichen Ländern wie Deutschland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Zusätzlich zu diesem Erfolg, wurden Versuche, den Walschutz zu schwächen, erfolgreich verhindert. So hatte die japanische Regierung trotz des seit 1986 bestehenden Walfangstopps beantragt, jährlich 150 Brydeswale und 150 Minkwale für die nächsten fünf Jahre zu jagen. Dieser Antrag wurde jedoch mit großer Mehrheit von den Delegierten zurückgewiesen. Zusätzlich haben sich insgesamt 19 Länder zusammengeschlossen und zwei Anträge eingereicht, die Japans sogenannten wissenschaftlichen Walfang wegen der mageren Ergebnisse dieser "Wissenschaft" anklagen sowie den Vorschlag Islands, den wissenschaftlichen Walfang wieder aufzunehmen. Die Anträge wurden von den Delegierten angenommen, ziehen aber keine bindende Verpflichtung zum Handeln nach sich. Japan wurde außerdem stark kritisiert für seinen Walfang im Walschutzgebiet des Südpolarmeers. 19. Juni 2003 - Greenpeace bringt tote Ostsee-Wale nach Berlin (Greenpeace) Am letzten Tag der Jahreskonferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) bringen Greenpeace-Aktivisten die Realität zum Tagungsort: Sie legen drei tote Schweinswale im Innenhof des Berliner Estrel-Hotels ab. Die drei Tiere stehen stellvertretend für über 300.000 tote Wale und Delfine, die jedes Jahr als Beifang in den Netzen der Fischfangflotten, durch Meeresverschmutzung, Unterwasserlärm oder durch die direkte Jagd umkommen. Die drei kleinen Wale stammen aus der Ostsee, wo sie vom Aussterben bedroht sind. Mit der Aktion fordert Greenpeace die Delegierten der Walfangkonferenz auf, die beschlossene "Berlin Initiative" in konkrete Maßnahmen für den Schutz der Wale umzusetzen. "Dem täglichen qualvollen Walsterben darf nicht mehr tatenlos zugesehen werden", sagt Andrea Cederquist, Meeresbiologien bei Greenpeace. "In den nächsten Monaten müssen Schutzmaßnahmen ergriffen und Zeitschienen festgelegt werden, damit die dramatische Anzahl getöteter Wale endlich reduziert wird". Durch die "Berlin Initiative", die 25 Staaten auf der IWC durchgesetzt haben, sollen Wale und Delfine zukünftig besser geschützt werden, weil nicht mehr nur der Walfang im Mittelpunkt der Beratungen stehen soll. Doch die Walfangnationen in der IWC wie Japan und Norwegen haben bereits bekannt gegeben, dass sie den dafür eingerichteten Ausschuss nicht unterstützen werden. "Die Walschutzländer müssen nun ausreichend Geld zur Verfügung stellen, um die Umsetzung der Schutzmaßnahmen zu garantieren", so Andrea Cederquist. Dazu gehören Maßnahmen gegen die Verschmutzung der Meere und gegen den ständig zunehmenden Unterwasserlärm. Auch die von einigen Ländern wie Norwegen und Japan noch immer praktizierte Jagd auf Kleinwale, wie Delfine und Tümmler, muss international geächtet werden. Heute morgen wurde auf der IWC bekannt gegeben, dass die Resolution zur Reduzierung des Beifangs zurückgezogen wurde. "Ein Skandal: hier wird akzeptiert, dass Delfine und Wale zu Hunderttausenden tot oder sterbend über Bord geworfen werden", sagt Cederquist. Ein Beispiel für dies gravierende Problem ist die dänische Stellnetzfischerei. Dort allein sterben jährlich 7.000 Schweinswale. Die Tiere können die aus feinem Garn bestehenden Netze mit ihrem Echolot-Ortungssystem nicht erkennen, verfangen sich und ertrinken. Greenpeace fordert selektive Fischereimethoden, bei denen nur die Fische im Netz landen, denen das Interesse der Fischer gilt. Die für Fischerei zuständige Ministerin Renate Künast (Grüne) hat während der diesjährigen IWC bereits Initiativen angekündigt, um die Schweinswale in der Nord- und Ostsee vor den Stell- und Treibnetzen zu schützen. 18. Juni 2003 - Post und McPaper verzichten auf Papier aus Regenwaldzerstörung (Robin Wood) Die Deutsche Post AG hat auf Forderungen von ROBIN WOOD mit der Zusage reagiert, keine Papierprodukte aus Regenwaldzerstörung auf der indonesischen Insel Sumatra mehr in den Post- und McPaper-Filialen zu verkaufen. Außerdem sollen Standards für den Papiereinkauf verbindlich festgelegt und Produkte aus Recyclingpapier ins Angebot aufgenommen werden. Das sagte Monika Wulf-Mathies, Direktorin für Politik und Umwelt der Deutschen Post, gestern bei Verhandlungen mit ROBIN WOOD-VertreterInnen in Bonn. ROBIN WOOD hatte dieses Jahr in den Filialen der Post und ihrer Tochterfirma McPaper Druckerpapier des Herstellers APRIL entdeckt. Der Zellstoff- und Papiergigant APRIL ist maßgeblich verantwortlich für die Vernichtung der letzten natürlichen Wälder auf Sumatra. Laut Wulf-Mathies verkaufen Post und McPaper das Papier der Marke Dunia Mas jetzt nicht mehr. Bei dem gestrigen Gespräch überreichten die UmweltschützerInnen einen Forderungskatalog. Darin werden u.a. Standards für den Einkauf von Frischfaser-Papier definiert. Sie sehen vor, dass nur solche Produkte ins Sortiment genommen werden, deren Zellstoff nicht aus Urwaldzerstörung - weder in den Tropen, noch in nordischen Regionen - stammt und deren Herkunft dokumentiert ist. Die Deutsche Post werde, so Wulf-Mathies, eine umweltverträgliche Papiereinkaufspolitik einführen und dabei die von ROBIN WOOD vorgetragenen Standards berücksichtigen. Damit steigt der Druck auf den Großhandel weiter, endlich "saubere" Produkte anzubieten. Im vergangenen Jahr hatte bereits Karstadt nach ROBIN WOOD-Protesten den Verkauf von Papier aus Indonesien gestoppt. "Solche Selbstverpflichtungen sind eine Zwischenlösung. Notwendig ist, dass die Bundesregierung endlich gesetzliche Bestimmungen schafft, die eine Einfuhr von Produkten aus illegalem Holzeinschlag und Urwaldzerstörung unterbinden", erläutert ROBIN WOOD-Tropenwaldreferent Jens Wieting. Gegenüber ROBIN WOOD sagte Wulf-Mathies außerdem zu, dass Post und McPaper Produkte aus Recyclingpapier ins Angebot aufnehmen und offensiv bewerben werden. Viel zu verbessern hat die Post auch bei ihrem eigenen Papierkonsum. Laut kürzlich vorgelegter Umweltbilanz verbrauchte der Konzern im Jahr 2001 mehr als 55.000 Tonnen Papier. Davon waren lediglich 40 Prozent Recyclingpapier. 18. Juni 2003 - In Japan wird Walfleisch als Tierfutter verwendet (WDCS) Die WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society, die Environmental Investigation Agency (EIA) und die Humane Society of the United States (the HSUS) haben heute auf der 55. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) bekannt gegeben, dass in mehreren Tierfutterproben in Japan Wal- und Delfinfleisch nachgewiesen wurde. Während in Japan also Fleisch geschützter Arten für Hundefutter verwendet wird, beantragt Japan die Ausweitung der Walfangaktivitäten. EIA ließ einige Tierfutterdosen, die südlich von Tokio erworben wurden, analysieren. Die von Frank Cipriano, Professor an der State University von San Francisco, durchgeführten Genanalysen ergaben, dass die Proben Fleisch von Südlichen Zwergwalen aber auch Delfinen enthielten. Ungeachtet zahlreicher Indizien, dass der Zwergwalbestand in der südlichen Hemisphäre abnimmt, tötet Japan im Rahmen des "wissenschaftlichen Walfangs" jährlich 440 Südliche Zwergwale im Walschutzgebiet der Antarktis und einige Hunderte Seiwale, Brydewale, Zwergwale und Pottwale im Nordpazifik. Gleichzeitig gibt Japan bei der IWC-Tagung erneut vor, dass einige Küstengemeinden durch das Walfangverbot der IWC großen Schaden erleiden und stellt heute den Antrag, kommerziellen Küstenwalfang auf 150 bzw. 300 Großwale wieder aufzunehmen. Japan wurde in den vergangenen Jahren häufig kritisiert, weil die Veräußerung von Produkten streng geschützter Walarten am dortigen Markt nachgewiesen werden konnte. Auch die Belastung des Walfleisches durch Schadstoffe und die Falschdeklarierung von Walprodukten tragen dazu bei, dass die Nachfrage an Walfleisch abnimmt. Clare Perry von der EIA sagt: "Die Tatsache, dass Japan Walfleisch als Tierfutter verwendet, disqualifiziert alle seine Versuche, seinen Walfang zu legitimieren oder auszuweiten." Sue Fisher, Walexpertin der WDCS fügt hinzu: "Jedes Jahr hören wir von Japan dieselben Sprüche über Not leidende Küstengemeinden - und nun stellen wir fest, dass Wale als Tierfutter verwendet werden!" 13. Juni 2003 - "Beifang" häufig als Deckmantel für illegalen Walfang missbraucht (Pro Wildlife) Ausgerechnet wenige Tage vor Beginn der in Berlin stattfindenden Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) töteten isländische Fischer einen Buckelwal. Angeblich handelte es sich bei dem diese Woche getöteten neun Meter langen und sechs Tonnen schweren Tier um einen Beifang der Fischerei. Die Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE vermutet dahinter allerdings System: "Da die Fischer die Wale ungehindert mit großem Gewinn verkaufen können, ist die Versuchung groß, Wale trotz Verbot aktiv in die Fischernetze zu treiben und zu töten. Das ist dann allerdings Piratenwalfang", betont Dr. Sandra Altherr, die für PRO WILDLIFE an der IWC-Tagung in Berlin teilnimmt. Allein in den letzten Monaten wurden weitere Fälle von "Beifang-Walen" in Island bekannt, die großteils wohl illegal sind. Besonders prekär: Island, das offiziell seit 14 Jahren keinen Walfang mehr treibt, will auf der aktuellen IWC-Tagung einen Antrag für die Jagd auf 500 Wale unter dem Deckmantel der "Wissenschaft" stellen, hat aber den kommerziellen Handel im Land nicht unter Kontrolle. PRO WILDLIFE hat in den letzten Monaten systematisch den Fang von Meeressäugern und den Verkauf von Walfleisch in Island untersucht. In Zusammenarbeit mit der Whale & Dolphin Conservation Society (WDCS) und der Humane Society of the United States (HSUS) entstand die Studie "Islands Walfang-Comeback" (unter www.prowildlife.de abrufbar). "Unsere Studie hat ergeben, dass in Island regelmäßig große Wale, aber auch Kleinwale und Delfine von Fischern getötet werden und das Fleisch der Tiere letztendlich in Supermärkten und Restaurants endet. Diese Tötungen finden ohne Genehmigung der isländischen Regierung statt und sind somit nach isländischem Recht illegal. Doch die Regierung unternimmt nichts, um diesen Piratenwalfang zu unterbinden", kritisiert die PRO WILDLIFE-Expertin. Bereits im November vergangenen Jahres bot eine isländische Supermarktkette "Buckelwalfleisch" aus Island an - offensichtlich von einem Tier, das wenige Wochen zuvor von Fischern getötet wurde. Auch Zwergwale, Hafen-schweinswale und Weißschnauzendelfine enden regelmäßig in den Fischernetzen. Die Gesamtzahl der so getöte-ten Tiere ist unbekannt. "Während das Fleisch der Wale und Delfine oft auf Fischmärkten verkauft wird, wird der Speck der Tiere als billiger Köder für die Haifischerei benutzt", berichtet Altherr. Sie hofft, dass Island auf der Mon-tag beginnenden IWC-Tagung für diese Vorfälle zur Rechenschaft gezogen wird. Der angebliche Beifang von Walen ist nicht die einzige Ungereimtheit auf der nordeuropäischen Insel: Island hat im März diesen Jahres bei der IWC einen Antrag eingereicht, nach der im Rahmen eines zweijährigen "Forschungsprogramms" insgesamt 500 Wale (je 200 Finn- und Zwergwale, 100 Seiwale) getötet würden. Doch die wahre Motivation dieser angeblichen Wissenschaft sind die Millionengeschäfte, die sich Island aus dem Export des Walfleisches und anderer Walprodukte nach Japan verspricht. "Islands Pläne für angeblichen "Wissenschaftswalfang" sind leicht zu durchschauen. Die IWC-Mitgliedsstaaten sollten auf der IWC-Tagung diesen Plänen eine klare Absage erteilen und Island zudem auffordern, umgehend etwas gegen den unkontrollierten Fang von Walen und Delfinen im Inland zu tun", fordert die PRO WILDLIFE Sprecherin abschließend. 12. Juni 2003 - Quecksilber - Das Ende des kommerziellen Walfangs in Japan? (EIA) Ein aktueller Bericht der internationalen Umweltorganisation Environmental Investigation Agency (EIA), "Steigendes Quecksilber: der Verkauf von verseuchtem Wal-, Delphin- und Tümmlerfleisch in Japan", zeigt, daß unterschiedliche Fischprodukte (Wal-, Delphin- und Tümmler) in vielen japanischen Geschäften einen erhöhten Quecksilbergehalt aufweisen. Der Bericht, eine Woche vor der 55. Jahresversammlung der International Whaling Commission (IWC) veröffentlicht, deutet darauf hin, daß japanische Konsumenten ernsthafte Gesundheitsrisiken beim Konsum von Wal- und Delphinprodukten eingehen. Eine chemische Untersuchung von 58 Fleisch- und Speckproben in japanischen Supermärkten zeigt, daß die von der Regierung erlaubten Quecksilberanteile in 62% der Produkte überschritten sind. Clare Perry, Leiterin der EIA Walkampagne, sagt "die japanische Regierung weiß seit mehreren Jahrzehnten von dem gefährlichen Quecksilbergehalt in Walen, Delphinen und Tümmlern, es wurden aber dennoch keine Maßnahmen ergriffen, den japanischen Konsumenten zu schützen." Wale, Delphine und Tümmler sind besonders empfänglich für Schadstoffe wie Quecksilber, weil sie lange leben und sich ganz oben auf der Nahrungskette befinden. Quecksilber greift das Nervensystem an, und Wissenschaftler haben festgestellt, daß sogar niedrigere Konzentrationen erhebliche Schäden verursachen können. Besondere Gefahren birgt diese Schadstoffkonzentration für schwangere Frauen und deren Babys sowie für Kleinkinder. Einem japanischem Zeitungsartikel zu Folge, entscheidet die japanische Regierung momentan darüber, welche Maßnahmen nötig sind, um die Öffentlichkeit vor den Gesundheitsgefahren von Quecksilber in Fischpopulationen zu warnen. Bisher hat die Regierung jedoch noch keine Schritte diesbezüglich unternommen, obwohl der Quecksilbergehalt zehn bis hundert Mal höher ist als üblich bei Fischen. Die EIA drängt die japanische Regierung auf ein sofortiges Verkaufsverbot von Wal-, Delphin- und Tümmlerprodukten; auf eine öffentliche Gesundheitswarnung daß schwangere und stillende Frauen diese Produkte nicht essen sollten; und auf ein Gesamtverbot des "Küstenwalfangs". Clare Perry sagt, "So lange Wale, Delphine und Tümmler in Japan's Küstengebieten gejagt werden, wird deren Fleisch und Speck für die japanische Öffentlichkeit erhältlich sein. Die Mehrheit der Japaner ist nicht darüber informiert, woher diese Produkte kommen und daß sie Giftstoffe enthalten. Die Bevölkerung sollte nicht durch diese unerklärliche Politik der Regierung zum kommerziellen Walfang in Gefahr gebracht werden." 4. Juni 2003 - Rendevous mit Walen und Delfinen in europäischen Gewässern (WDCS) Die WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society, stellte heute zusammen mit der Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast, auf einer Pressekonferenz die neue, umfassende Broschüre "Walbeobachtung in Europa. Ratgeber für die besten Möglichkeiten zur Beobachtung von Walen und Delfinen in europäischen Gewässern" vor. Die von dem Wal-Experten Erich Hoyt verfasste Broschüre informiert über die ganze Bandbreite der Walbeobachtung in 14 europäischen Staaten zu Wasser und vom Land aus. Der Schwerpunkt des Ratgebers liegt dabei auf den Angeboten einer umwelt- und tiergerechten Wal- und Delfinbeobachtung. Etwa 36 Wal- und Delfinarten leben in europäischen Gewässern. Organisierte Touren zu ihnen begannen in Europa 1980 vor Gibraltar. Es folgte ein rasanter Aufstieg dieses Tourismuszweiges. Der Ratgeber weist Wege zu einer für Tier und Mensch verträglichen Vorgehensweise und führt quer über den Kontinent von Grönland nach Malta und von den Kanaren nach Griechenland. Island hat in Husavik ein bemerkenswertes Walzentrum, Norwegen weist ganz im Norden arktische Walbeobachtungsunternehmen auf, und in Italien führen Wal-Forschungsreisen ins ligurische Walschutzgebiet. Bundesministerin Künast: "Wer je eine Walbeobachtungstour gemacht hat, wird sie nicht vergessen. Das beglückende Gefühl der Einheit von Mensch und Natur, die Begegnung so unterschiedlicher Kreaturen ist einfach überwältigend. Ich kann deshalb nur jedem raten, sich dieses Erlebnis zu gönnen. Ich bin der WDCS außerordentlich dankbar, dass sie sich der Walbeobachtung in besonderem Maße angenommen hat." Nicolas Entrup von der WDCS meinte mit Blick auf die bevorstehende Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Berlin: "Mit der tiergerechten Walbeobachtung gibt es die Alternative zum Walfang. Wo der Walfang Arten bedroht und Subventionen verschlingt, bietet die tiergerechte Walbeobachtung Arbeitsplätze, Nachhaltigkeit, Tierschutz und Naturverständnis!" Die Broschüre ist kostenlos erhältlich bei der WDCS, Goerdelerstr. 41, 82008 Unterhaching, Tel. 089-61002393, info.de@wdcs.org . 3. Juni 2003 - Whale Watching wird zum Problem (GRD) Walfang ist derzeit wieder in aller Munde, denn die Internationale Walfang Kommission (IWC) tagt diesen Monat in der Bundeshauptstadt. Doch inzwischen ist es längst nicht mehr nur die direkte Bejagung, die die Wale bedroht. Neben Umweltgiften und Fischerei wird vor allem die starke Ausbreitung des Whale-Watching-Tourismus in aller Welt zunehmend ein Problem für die Meeressäuger. Nach neuesten Schätzungen drängen inzwischen weltweit über 12 Millionen Menschen jedes Jahr aufs Meer, um die sensiblen Giganten aus der Nähe zu betrachten. Es blüht ein Milliardengeschäft mit jährlich zweistelligen Wachstumsraten, das jedoch oft auf dem Rücken der Tiere ausgetragen wird. Denn Walbeobachtungstourismus ist erst in wenigen Ländern gesetzlich reguliert, und meist ist es allein der Profit, der die Betreiber interessiert. Was einst als die Alternative zum Walfang galt, führt heute immer häufiger dazu, dass die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum gestört werden - mit noch nicht absehbaren Folgen für die Populationen. "Mancherorts leiden die Tiere unter großem Stress", sagt Denise Wenger von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in München. "Auf der Kanarischen Insel Teneriffa zum Beispiel sind es über 30 Boote, die mehrmals täglich ausrücken. Mit über einer Million Whale Watchern und 10-15-Tausend Touren jedes Jahr ist Teneriffa Weltrekordhalter". Die hier lebenden Grindwale, Tümmler, Schnabelwale und viele andere Arten müssen mit einer ständigen Lärmbelästigung durch die Bootsmotoren leben. Die Wale können ihren natürlichen Verhaltensweisen, sogar der Nahrungsaufnahme nicht mehr in ausreichendem Maße nachgehen. Nicht selten fahren unsensible Skipper direkt in die Gruppen hinein, trennen Müttern von ihren Jungen. Auch von Kollisionen zwischen Booten und Walen wurde schon berichtet. "Dabei haben unsere Beobachtungen ergeben, dass jede Art unterschiedlich auf Boote reagiert", so Fabian Ritter, Biologe des Berliner M.E.E.R. e.V., der das Verhalten der Tiere seit vielen Jahren erforscht. "Manche Delfinarten zeigen überhaupt keine Scheu und schwimmen gerne in der Bugwelle direkt vor den Booten, andere wiederum sind weniger zutraulich oder meiden Boote ganz. Im Grunde müssten Verhaltensregeln im Umgang mit den Tieren aufgestellt werden, die diesen verschiedenen 'Charakteren' der einzelnen Spezies gerecht werden. Zwingend notwendig ist eine Begrenzung der Anzahl der Boote und die Einhaltung von Mindestabständen. Solche Regulationen müssen in allen Whale-Watching-Gebieten eingeführt werden." Der gemeinnützige Verein M.E.E.R. hat nun seine Forschungsergebnisse in einem umfassenden Bericht der Öffentlichkeit vorgestellt. Darin werden konkrete Schutzmaßnahmen dargestellt und zum ersten Mal artenspezifische Verhaltensregeln für das Whale Watching vorgeschlagen. In dem bis dato einzigartigen Bericht wird darüber hinaus ein Modell für ein Schutzgebiet aufgestellt, das speziell für die nachhaltige Entwicklung des Whale Watching gestaltet ist. "Eine Geschwindigkeitsbegrenzung gehört ebenso zum Maßnahmenkatalog wie das Verbot von ökologisch schädlichen Aktivitäten wie z.B. Sportfischerei oder motorisierte Fun-Sportarten wie Jetskis. Außerdem plädieren wir für die Einführung von Lizenzen für Whale-Watching-Anbieter sowie einer Abgabe zur Finanzierung von Schutzprojekten. Generell sollten Forschung und öffentliche Bildung integrale Bestandteile des Whale Watching werden. Am wichtigsten ist jedoch, dass die Walbeobachter sich immer besser dem Verhalten der Tiere anpassen, und nicht anders herum. Mit unserem Projekt M.E.E.R. La Gomera (Info unter www.m-e-e-r.de) zeigen wir, dass dies möglich ist" so Ritter weiter. Der Biologe vertritt als Mitglied der deutschen Delegation die Belange der Wale und Delphine bei der derzeitigen Tagung des Wissenschaftsausschuss der Internationalen Walfang Kommission (IWC). "Dass die diesjährige Tagung hier in Berlin stattfindet, ist eine große Chance. Wir hoffen, dazu beitragen zu können, dass der Walbeobachtungstourismus in Zukunft nachhaltiger und ökologisch vertretbarer betrieben wird als das vielerorts heute der Fall ist". |