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Januar 03

23. Januar 2003 - Arbeitselefant in Indien tötet seinen Führer Neu Delhi (dpa) - Im Süden Indiens hat ein wild gewordener Arbeitselefant seinen Führer getötet und eine ganze Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Wie die indische Zeitung `Hindu" am Donnerstag berichtete, warf der Elefant seinen Mahut auf eine Straße in Kochi im Bundesstaat Kerala, zertrampelte ein Auto und riss Plakatwände nieder. Erst ein Geschoss mit einer Betäubungsmittelinjektion brachte den männlichen Dickhäuter unter Kontrolle. Experten meinten, der Elefant sei zuvor von seinem Mahut falsch behandelt worden.



23. Januar 2003 - Schlechte Zeiten für Robben im Osten Kanadas
Frankfurt/Main (AP) Die Robbenjäger an der Ostküste Kanadas wittern Morgenluft: Nachdem bereits die vergangene Jagdsaison eine der besten seit Jahrzehnten war, kommen von der Regierung in Ottawa Signale, dass sie auf die Forderungen der Industrie eingehen und die Fangquote für 2003 anheben will. Eine offizielle Bekanntgabe der Zahlen von Fischereiminister Robert Thibault wird in Kürze erwartet. Tierschutzorganisationen wie der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) haben bereits Protestaktionen angekündigt. Die Jagd beginnt üblicherweise Mitte März und dauert zwei Monate. Die Fangquote für Sattelrobben lag in den vergangenen Jahren bei 275.000. Sie wurde nicht immer ausgeschöpft und durfte deshalb im vergangenen Jahr mit ausdrücklicher Duldung der Regierung deutlich überschritten werden. 307.000 Tiere erlegten die Jäger nach offiziellen Angaben, und für dieses Jahr rechnet Tina Fagan, Direktorin der kanadischen Robbenjägervereinigung, nach einem Bericht des Rundfunksenders CBC mit einer Steigerung der Quote auf bis zu 350.000.
Dabei profitieren die Jäger auch von einer Erholung der Preise und verstärkter Nachfrage aus europäischen Modehäusern. Brachte ein Robbenfell vor drei Jahren noch 13 kanadische Dollar (rund acht Euro) ein, erhalten die Jäger inzwischen 50 Dollar (30 Euro) dafür. Viel Geld in einer Region, die massiv vom Niedergang der Fischfangindustrie und damit einhergehender Arbeitslosigkeit betroffen ist. Und so weist das zuständige Fischereiministerium auch ausdrücklich darauf hin, dass die Robbenjagd den rund 12.000 zugelassenen Jägern und deren Familien in strukturschwachen Gebieten ein Auskommen verschafft.
Die Fischer haben die Robben ohnehin als Gegner ausgemacht. Denn allein die Sattelrobben vertilgten vor der Ostküste Neufundlands alljährlich 37.000 Tonnen Kabeljau. Um den Restbestand zu schützen, müssten die Robben gejagt werden. Tierschützer weisen allerdings darauf hin, dass die Dezimierung der Kabeljaubestände nicht den Robben anzulasten sei, sondern der weltweiten Überfischung seitens des Menschen. Dennoch erwägt die Regierung nach Angaben von Ken Jones, einem ranghohen Beamten der Fischereibehörde in Ottawa, die Robbenjagd in den Laichgründen des Kabeljaus zu forcieren. Dies sei dann allerdings lediglich eine Verlagerung der Jagd von den Eisflächen vor der Küste in die Fjorde.
Forderungen des IFAW nach einer Senkung der Fangquote hat das Fischereiministerium bisher stets energisch zurückgewiesen. Auch eine vom IFAW mit Wissenschaftlern der Duke-Universität in Beaufort im US-Staat North Carolina durchgeführte Studie, wonach der Bestand der Robben auf Grund von Klimaveränderungen gefährdet ist, stimmte das Ministerium nicht um. Die Forscher stützten sich auf Daten des kanadischen Umweltministeriums aus den Jahren 1969 bis 2002 und kamen zu dem Schluss, dass die Eisdecke im Golf des St.-Lawrence-Stroms und vor der Küste Neufundlands in sechs der vergangenen sieben Jahre deutlich dünner war. 2001 habe der Umfang der Eisdecke im Februar und März in manchen Gebieten um 60 Prozent unter dem Durchschnitt gelegen.
Dies gefährde die Robben, denn auf dem Eis gebären und säugen sie ihre Jungen, die dort mehrere Wochen verbringen. Und auf das Eis kehren die erwachsenen Tiere schließlich zum alljährlichen Fellwechsel zurück. In manchen der vergangenen Jahre sei das Eis verfrüht geschmolzen und aufgebrochen. Dies habe dazu geführt, dass tausende Jungtiere von ihren Müttern getrennt worden und ertrunken seien. Besonders empörend findet David Lavigne, wissenschaftlicher Berater des IFAW und Koautor der Studie, dass das Fischereiministerium die Daten des Umweltministeriums bei seiner Planung nicht berücksichtige.
Thibaults Behörde beruft sich indes auf andere Statistiken: Habe die Zahl der Sattelrobben Anfang der 70er Jahre noch bei 1,8 Millionen gelegen, sei sie bis 1994 auf 4,8 Millionen gestiegen und liege seit 1996 stabil bei 5,2 Millionen. Von einer Bestandsgefährdung könne daher keine Rede sein. Und schließlich bedeute dünneres Eis auch weniger Jäger: «Wenn man beide Zahlen zusammenführt, kommt man auf mehr ertrunkene, aber weniger erlegte Tiere», zitierte der Sender CBC Regionaldirektor Roger Simon. Und eine Sprecherin des Ministeriums erklärte, wenn sich weniger Jäger aufs Eis wagten, glichen sich der niedrigere Fang und die geringere Überlebensrate wohl aus. Dabei wird die emotionale Debatte nicht allein um die Frage geführt, ob die Robbenpopulation gefährdet ist: Tierschützer sehen in der alljährlichen Jagd, die im übrigen auch in Grönland betrieben wird, ein grausames Abschlachten der Robben und deren Babys mit Gewehren und Knüppeln. Dabei komme es vor, dass Tiere lebendig gehäutet würden. Ärzte der Kanadischen Veterinärsvereinigung haben die Jagd daher in den vergangenen Jahren begleitet. Zwar werde die überwiegende Mehrheit der Robben auf «akzeptable, humane Weise» getötet, hieß es in einem im September im «Canadian Veterinary Journal» veröffentlichten Bericht. Der geringe Anteil der Tiere, bei dem dies nicht der Fall sei, rechtfertige aber eine fortdauernde Beobachtung der Jagd seitens der Tierärzte.





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