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ELEFANTEN |
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Hier können Sie die verschiedenen Kapitel und Unterkapitel der zoologischen Betrachtungen des Elefanten anwählen. AnatomiePaläontologie PaläontologieDer Elefant selbst ist zwar kein Urtier, jedoch bevölkern seine Vorfahren die Erde schon viel länger als der Mensch. Man vermutet, dass Elefanten und Seekühe einen gemein-samen Vorfahren haben, der im Wasser lebte oder vom Land dorthin zurück ging. In der Lun-ge eines Elefantenembryos wurde eine Struktur gefunden, die nur bei Wasser- und Amphibi-entieren existiert. Weiterhin gibt es zwar eine Rüsselbildung, aber in der Lunge keine Struk-tur, welche die Erzeugung eines Unterdruckes zum Einsaugen von Wasser ermöglicht. Daraus könnte man schließen, dass der Rüssel schon existierte, als die Rüsseltiere noch im Wasser lebten und damit lediglich atmeten. Die beiden Elefantenarten, die heute noch auf der Erde zu finden sind, der Afrikani-sche (Loxodonta africana) und der Asiatische (Elephas maximus) sind nur ein minimaler Teil dessen, was einmal an verschiedenen Arten bestand. Es gab zeitweise Elefanten ohne Rüssel oder welche, die nur 60 Zentimeter groß waren. Dichtbehaarte Mammuts gehörten genauso zur Familie der Elefanten wie Rüsseltiere, die eher einem Ameisenbär glichen und Schau-felzähnen besaßen. Die Stoßzähne waren gerade, gedrillt, nach oben oder unten gebogen, dem Ober- oder Unterkiefer entspringend und in den verschiedensten Längen vorhanden. Sie dienten ursprünglich zum Ausreißen von Sumpfpflanzen. So veränderten sich auch die einst kleinen Backenzähne zu großen Kauflächen (bis zu fünf Kilogramm schwer und 50 Zentime-ter lang), während die Eckzähne schon seit einigen Millionen Jahren fehlen. Der Kopf der Rüsseltiere drehte und verkürzte sich in der Evolutionsgeschichte sehr, da der Rüssel und die Ohren ein riesiges Gewicht haben und so besser zu tragen sind. Der erste Elefant, der vor ca. 50 Millionen Jahren in Nordafrika lebte, hatte jedoch nicht einmal einen Rüssel und lebte wahrscheinlich im Sumpf oder gar Wasser. Deshalb sind auch die Zehen und Finger an den Füßen erhalten, die ihnen ein leichteren Gang im Sumpf ermöglichten. Die erst kurzen Beine wurden länger und der kleine Körper wurde der größte des Festlandes. Aus der ursprünglichen Art der Moeritheridae entwickelten sich insgesamt etwa 600 Rüsseltierarten auf der Erde, unter ihnen auch die Vorfahren des Elephas maximus, die nach Asien abwanderten und trotz ihrer höheren Evolution in Afrika ausstarben. Die Fossilge-schichte des Elefanten ist ein Paradebeispiel in der Säugetierpaläontologie. So entwickelten sich z. B. wegen der durch die Isolation bedingten Futterknappheit und Jahrtausende langen Inzucht auf einigen Mittelmeerinseln Zwergelefantenarten. Vor einer Million Jahren gab es noch ungefähr elf Rüsseltierarten und erst vor drei- bis viertausend Jahren starb das Mammut auch noch in Sibirien aus. (Es konnte dort so lange überleben, weil es während der letzten Eiszeit in Sibirien fast keine Eisbildung gab.) Inzwi-schen sind fast alle Arten, die auf sämtlichen Kontinenten (außer in Australien) lebten, ausge-storben, was nun auch den zwei letzten Arten bevorzustehen scheint. Obwohl der Elefant eine der höchst entwickelsten Arten dieser Erde ist, die verschiedensten Naturveränderungen überlebt hat und sich immer wieder hat anpassen können, wird der Mensch eine Veränderung der Natur sein, die den Elefanten in ein paar Jahrzehnten ausrotten könnte. Zurück zum Thema "Anatomie" Das gewaltigste Säugetier des FestlandesElefanten sind die größten Landlebewesen der Erde überhaupt und haben den größten Kopf, den längsten Rüssel und das größte Gehirn (schon bei Geburt über 4 Kg, später dann 4,3 bis 5,4 kg ) aller Tiere auf dem Festland. Das ist auch nicht verwunderlich, da Elefanten ihr ganzes Leben lang wachsen, wenn auch nach dem dreißigsten Lebensjahr nur noch sehr langsam. Der Elefant hat eine Lebenserwartung von 60 bis 80 Jahren und ist so eines der Tie-re, das am ältesten wird. Für ihre Größe sind Elefanten erstaunlich schnell, da sie eine Ge-schwindigkeit von 38 km/h erreichen und damit etwa doppelt so schnell sind wie der Mensch. Der afrikanische Elefant wird wesentlich größer als sein indischer "Verwandter". Der größte Bulle, der registriert wurde, war über vier Meter hoch und wog knapp 10.000 kg, das entspricht etwa 150 Menschen. Der Durchschnitt liegt bei vier Metern Schulterhöhe und sechs Tonnen Gewicht bei den Bullen und bei 2,6 Metern und 3,2 Tonnen bei den Kühen. Ein Ele-fantenkalb hingegen wiegt bei der Geburt ca. 90 bis 125 kg und ist ungefähr einen Meter hoch. Der afrikanische Elefant wird in zwei Unterarten aufgeteilt. Der Steppen- oder Savan-nenelefant (Loxodonta africana africana) und der Wald- oder Rundohrelefant (Loxodonta afri-cana cyclotis) sind sich genetisch sehr ähnlich. Der Waldelefant ist dabei hauptsächlich an seinen geraderen Stoßzähnen zu erkennen. Zurück zum Thema "Anatomie" Die OhrenDer Afrikanische Elefant zeichnet sich gegenüber seinem asiatischen Artgenossen durch seine riesigen Ohren aus. Diese dienen hauptsächlich zur Kühlung. Wenn das Blut durch die vielen feinen Äderchen in den Ohren fließt, wird es durch Hin- und Herwedeln und durch das verdunstende Wasser auf der großen Fläche abgekühlt. Vom oberen zum unteren Ohrenrand können bis zu 4 °C Unterschied sein. Auch die Stimmung des Elefanten ist an den Ohren zu erkennen, da er sie bei Erregung abspreizt. Weiterhin hören Elefanten sehr gut, vor allem können sie sehr tiefe Frequenzen (Infraschall) wahrnehmen und sich so verständigen, ohne dass z. B. wir Menschen etwas davon hören. Die Schallwellen können über sehr große Entfernungen wahrgenommen werden, was einen Ausgleich zu den sehr schlechten Augen bringt, da der Elefant einen 30 Meter entfernten Menschen nicht von einem schlanken Busch unterscheiden und nachts so gut wie gar nichts sehen kann. Zurück zum Thema "Anatomie" Der RüsselEin sehr besonderes Merkmal des Elefanten ist auch der Rüssel, der einer sehr hoch angesetzten Nasenöffnung im Schädel entspringt. Hier vereinigen sich Nase und Oberlippe zu einem Organ (beim Fötus sind diese noch getrennt), das sowohl als Hand als auch als Nase und Tastorgan fungiert. Dazu befinden sich beim afrikanischen Elefanten zwei, beim asiati-schen ein "Finger" an der Spitze. Dieses Mehrfachorgan ermöglicht es dem Elefanten, die Nahrung schon beim Ergreifen zu beriechen, während z. B. Affen ihre Nahrung erst mit den Händen zum Mund bzw. zur Nase führen müssen. Der Rüssel hat ein Gewicht von mindestens 50 Kg, besitzt aber keinerlei Knorpel oder Knochen. sondern ist ein reiner Muskel- und Seh-nenapparat (mit ca. 40.000 Muskelbündeln), der selbst von fingerlangen Dornen nicht beein-trächtigt wird. Mit dem Rüssel kann der Elefant große Mengen Wasser aufsaugen um sich diese in den Mund zu spritzen. Aber auch Sand, Schlamm und Staub wird mit dem Rüssel aufgenommen und dann auf den Rücken geblasen, um die sehr empfindliche Haut, die ihre Haare nach dem "Säuglingsalter" weitestgehend verloren hat, gegen Sonne und Insekten zu schützen. Denn der Elefant wird zwar als "Dickhäuter" bezeichnet, hat aber nur am Rücken, den Flanken und an der Stirn zwei bis drei Zentimeter starke Haut, während sie z. B. an den Ohren nur wenige Millimeter dick ist. Im Zoo müssen Elefanten deswegen täglicher Hygiene-behandlung mit Schlauch und Bürste unterzogen werden. Der Rüssel wird weiterhin als Schlagwaffe gegen andere Tiere und manchmal sogar gegen Menschen benutzt. Beim Schwimmen wird er als "Schnorchel" eingesetzt, da der restliche Körper unter Wasser ist. Damit nicht der ganze Körper zum Boden herunter gewuchtet werden muss, nimmt der Ele-fant auch Früchte und Zweige mit dem Rüssel auf, Grasbüschel werden damit ausgerissen und durch Schlagen gegen die Beine von Erde befreit. Der Elefant nimmt 80 % seiner Nahrung von unten auf und nur 10 % werden mit dem Rüssel über dem Kopf gepflückt. In Ruhestel-lung legt der Elefant seinen Rüssel gerne über die Stoßzähne, um so das große Gewicht besser zu verlagern. In den Wäldern werden mit dem Rüssel ganze Bäume durch Umschlingen und Ziehen herausgerissen. Zurück zum Thema "Anatomie" Der ZahnapparatBeim Fällen von Bäumen helfen auch die Stoßzähne, mit denen gegen den Baum ge-drückt und gestoßen wird. Wenn der Baum auf dem Boden liegt, schälen die Elefanten mit den Stoßzähnen die Rinde ab und fressen diese. Die Stoßzähne werden auch manchmal dazu benutzt, gegen andere Elefantenbullen um eine Kuh zu kämpfen oder um Wurzeln auszugra-ben und Wasserlöcher zu bohren. Der Stoßzahn ist nicht etwa ein Eckzahn, sondern ein ver-längerter Schneidezahn, der das ganze Elefantenleben lang wächst. Die längsten, die man je gefunden hat, waren 3,5 m lang und die schwersten wogen über 200 kg (der Durchschnitt liegt bei 20 bis 100 kg). Der Elefant bekommt etwa fünf Zentimeter lange Milchstoßzähne, die aber nach ei-nem Jahr ausfallen. Wegen der Wilderei gibt es inzwischen Elefanten, die soweit degeneriert sind, dass sie keine Stoßzähne mehr bilden. Die anderen Zähne des Elefanten bestehen aus nur einem Stück auf jeder Kieferseite und sind aus unterschiedlich harten Schichten, so dass bei der Abnutzung eine "Wasch-brettstruktur" erhalten bleibt. Die Stoßzähne hingegen bestehen aus weichem Zahnbein. Die Backenzahnblöcke werden sechsmal im Leben horizontal ge-wechselt, das heißt, dass beim Elefanten die Zähne nicht wie beim Menschen von unten nachwachsen, sondern sich von hinten nach vorne schieben, wenn die vorderen abgenutzt sind. Die Kaubewegung findet von hinten nach vorne in kreisförmiger Bewegung statt. Eine seitliche Bewegung ist wegen der starken Kaumuskulatur nicht möglich. Sind die sechs Bak-kenzähne in jeder Kieferhälfte abgenutzt, muss der Elefant verhungern. Zurück zum Thema "Anatomie" Die NahrungMit seiner im vorderen Drittel nach Unten abgeknickten Zunge kann der Elefant die Nahrung immer wieder sehr gut zwischen die Zähne drücken und das, was er nicht essen will, bündeln und ausspucken. Weiterhin befinden sich an der Zunge Tastkörperchen, die ein zweites Testen nach dem Rüssel ermöglichen. Vom Mund gelangt die Nahrung durch eine kurze Speiseröhre in den bis zu 100 Liter großen Magen. Elefanten haben eine sehr schlechte Nahrungsausnutzung in der Verdauung, d. h. sie essen täglich 4 bis 5 % ihres Körpergewich-tes, aber nur 22 bis 45 % der Nährkapazität werden ausgenutzt. Deshalb müssen sie täglich riesige Mengen zu sich nehmen, was 14 bis 18 Stunden am Tag geschieht. Dabei sind mor-gens, nachmittags und nachts die Hauptzeiten. Im Darmtrakt bleibt die Nahrung ungefähr 21 bis 46 Stunden. Im Blind- und teilweise im Dickdarm findet ein Gärkammervorgang statt. Hier werden die unverdaulichen Zellwände der Pflanzen zerlegt. Durch die schlechte Ver-wertung der Nahrung haben Elefanten etwa stündlich Stuhlgang, was bis zu 150 Kg pro Tag bedeutet. In diesem Kot sind viele unverdaute Pflanzensamen enthalten, womit der Elefant sowohl zur Verbreitung dieser, als auch zur Düngung beiträgt. Außerdem gibt es Pflanzensa-men die nur im Elefantenkot reifen und fruchtbar werden. Ein ausgewachsener Elefant im Zoo trinkt im Jahr ungefähr 70.000 Liter Wasser und ißt ca. 1.600 Brotlaibe, 45.000 kg Heu mit 5.400 kg Luzerne, 3.000 Kohlköpfe, Äpfel und anderes Gemüse, zur Abwechslung 2.000 Kartoffeln und in 6.800 l Trockenfutter werden Mi-neralstoffe und Salz verabreicht. In freier Wildbahn ernährt sich der afrikanische Elefant zu 90 % von Gras, konsumiert aber auch über hundert andere Pflanzen und bedarf nahezu der dop-pelten Tagesmenge an Nahrung. Das bedeutet, dass ein geeignetes Reservat das ganze Jahr viele verschiedene Pflanzen bieten können muss. Zurück zum Thema "Anatomie" Der KnochenbauDas Skelett des Elefanten muss riesigen Kräften standhalten und weist deswegen eini-ge besondere Merkmale auf. So ist z. B. der Kopf so gedreht, dass die Längsrichtung nach unten zeigt und die Stoßzähne, der Rüssel und die Ohren fast übereinander und so möglichst nah an der Wirbelsäule liegen. Der Schädel selber ist, abgesehen vom Kieferbereich, von vie-len Hohlräumen durchzogen. Da das Elefantengehirn nur ca. 5 Liter Volumen hat, darf die Hirnhöhle nicht zu groß sein. Die Stirn eines alten Bullen kann also gut 40 cm dick sein. Wä-ren diese Knochen massiv, würde das Gewicht ins Unermessliche steigen. Also findet die so-genannte Pneumatisierung statt, sodass der Knochen von vielen kleinen Knochenstegen und Hohlräumen gebildet wird. Weiterhin ist die Halswirbelsäule durch ihre sieben flachen Wirbel sehr kurz, damit das große Gewicht des Kopfes getragen werden kann. Die Rumpfwirbelsäule muss einen Spannungsbogen bilden, der ein Durchhängen verhindert. Das geschieht dadurch, dass die Wirbel zum Bauch hin schmaler sind als auf der oberen Seite. Diese Wölbung wird durch starke Muskeln und Sehnen im Bauch unterstützt. Der Buckel bei den Asiaten und das Hohlkreuz der Afrikaner wird nur durch die Dornenfortsätze der Wirbel gebildet. Diese wie-derum halten starke Sehnen die z. B. den Kopf stützen. Als einziges Säugetier außer dem Menschen hat der Elefant durchgestreckte Hinter-beine. Deswegen können Elefanten z. B. nicht springen. Auch sind im Gegensatz zu anderen Säugetieren alle Fußknochen erhalten, was die Belastung der Knochen pro Zentimeter erheb-lich verringert. Die Zehen bzw. Finger (gewöhnlicherweise fünf, Anzahl der Nägel variiert) bilden einen Kreis, der mit Sehnen und Fett gefüllt ist. Wird der Fuß aufgesetzt, dehnt sich dieses Polster und bildet eine breite Auflagefläche. Wird der Fuß wieder hochgehoben, zieht sich dieses Polster wieder zusammen und der Fuß wird dünner, was z. B. ein gutes Herauszie-hen aus dem Sumpf gewährleistet, während die breite Auflage den Fuß im Sumpf stabilisiert. Weiterhin bewirkt sie, dass nur etwa 600 Gramm Druck pro Quadratzentimeter auf der Fußunterseite ausgeübt werden, während der Mensch trotz wesentlich kleineren Eigengewichts seinen Fuß mit zwei Kilogramm je Quadratzentimeter belastet. Der weiche, laterale (Vorder- und Hinterbein einer Seite arbeiten nacheinander) Gang des Elefanten wird weiterhin durch sehr starke Sehnen im Schultergelenk ermöglicht. Zurück zum Thema "Anatomie" Kreislauf und AtmungDer Kreislauf des Elefanten ist durch die langsame Atmung, welche durch den langen Rüssel bedingt wird, geprägt. Das riesige Herz (ca. 25 Kg) pumpt das Blut durch die Aorta (Körperschlagader), die einen inneren Umfang von 20 cm erreicht und bis zu 1,8 Meter lang wird. Die Gefäßwand ist ungefähr 2,3 cm dick und wird durch 250 übereinandergelagerte La-mellen gestützt, um dem Ateriendruck standhalten zu können. Um die Venen befindet sich sogar ein Muskelnetz, das bei anderen Säugetieren nicht zu finden ist. Das Zwerchfell ist beim Atmen das aktive Organ, da der Brustkorb des Elefanten mit seinen 20 Rippen sehr steif ist und die Lunge fest mit der Brustwand zusammenwächst. So findet also eine Bauchatmung und keine Brustatmung statt, was bewirkt, dass der Elefant zwar gut Unterdruck im Brustkorb erzeugen kann um Wasser einzusaugen und im Stehen auch gut atmen kann, doch im Liegen schlecht Luft bekommt und teilweise sogar schon erstickt ist. Auch der Herzschlag des Ele-fanten ist im Liegen höher (50 pro Minute) als im Stehen (weniger als 32 pro Minute). Weiterhin kann das Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) im Elefantenblut wesentlich mehr Sauerstoff aufnehmen, als z. B. beim Menschen. Deswegen kann der Elefant auch problemlos große Hö-hen erreichen, so wurden am Kilimandscharo schon Elefantenspuren im Schnee gefunden. Hier offenbart sich auch, dass Elefanten sehr gut Kälte über einen längeren Zeitraum vertragen können. Zurück zum Thema "Anatomie" Die FortpflanzungDie Hoden eines Elefantenbullen können bis zu 3 Kg pro Stück wiegen, kommen aber nie aus der Bauchhöhle heraus und bleiben nierenständig. Der Penis wird bis zu 27 Kg schwer und soll sich im erregten Zustand um bis zu anderthalb Meter verlängern. Dabei wird er von Muskeln in eine S-förmige Gestalt gebracht, die den Befruchtungsvorgang erleichtern soll. Die Spermienproduktion beginnt etwa mit dem achten Lebensjahr, doch tritt die Geschlechts-reife erst mit ca. 12 Jahren ein. Auch die Kühe haben mit 8 bis 9 Jahren erste Ovulationen, eine Befruchtung ist aber erst ab dem 10. Lebensjahr erfolgreich. Die Zykluslänge beträgt 2 bis 3 Wochen, dann sind die Kühe etwa 2 bis 6 Tage paarungsbereit. Durchschnittlich werden 2,2 Zyklen für eine erfolgreiche Befruchtung benötigt. Ist diese erfolgt, trägt die Kuh das Kalb 22 Monate bis zur Geburt, was die längste Tragezeit unter den Landsäugetieren ist. Zwischen einer Geburt und einer erneuten Schwangerschaft liegen durchschnittlich 24,1 Monate, d. h. frühestens alle 4 bis 5 Jahre kann ein Kind zur Welt gebracht werden. Die Schläfendrüse, die bei Kühen ununterbrochen und bei Bullen während der Musth tätig ist, liegt zwischen Auge und Ohr. Sie besteht aus einer Anzahl von Schläuchen, die in der Struktur Schweißdrüsen gleichen und von Bindegewebe umgeben sind. Am Rande des gemeinsamen Ausgangs befinden sich weiterhin einige Talgdrüsen, die das austretende Sekret ölig werden lassen. Die Funktion der Schläfendrüse (auch Musthdrüse) ist wissenschaftlich noch nicht einwandfrei erklärbar, dient jedoch anscheinend hauptsächlich zu Übermittlung von Körperbotschaften. Zurück zum Thema "Anatomie" VerhaltenMensch und Elefant Mensch und ElefantVon seinem Verhalten her ist der Elefant eines der vielfältigsten und sonderbarsten Tiere. Ich behaupte sogar, dass der Elefant dem Menschen, abgesehen vom Äußeren, am ähn-lichsten ist. Eines der hauptsächlichen Verhaltensmerkmale des Elefanten ist zum Beispiel, dass er einen seiner Stoßzähne lieber benutzt und so die Rechtshändigkeit der Menschen in eine Rechtszahnigkeit des Elefanten umwandelt. Auch scheinen Elefanten einen Sinn für Schabernack zu haben, da sie sich untereinander und andere Tiere öfters ärgern. Dies könnte eine Vorstufe zum menschlichen Humor sein. Ein weiteres Merkmal ist, dass der Elefant sein ganzes Leben lang sehr lernfähig bleibt, während andere Tiere mit der Pubertät auch ihr Lern-vermögen weitgehend beenden. Das im Verhältnis kleine Gehirn birgt eine hohe Intelligenz, welche beim Elefanten ähnliche Verhaltensmuster wie beim Menschen auftreten lässt. Der TodSo gibt es z. B. Berichte von Elefantenfriedhöfen, wo hunderte Knochen liegen.
Alte Elefanten suchen Sümpfe auf, um hier die weicheren Pflanzen zu fressen, da ihre
Backenzäh-ne abgenutzt sind und das Kauen von normalen Gras nicht mehr
ermöglichen. Entgeht der Elefant im Sumpf dem Verhungern, so stirbt er oft aus
Kraftlosigkeit durch Versinken. Da-durch wird der Leichnam vom Schlamm umschlossen und
auf fossile Weise präpariert. Aller-dings wird vermutet, dass Ansammlungen von
Knochen, die in der freien Savanne gefunden wurden, von Wildereimasakern stammen. Die Herde - eine FamilieEin weiters Phänomen sind die Elefantenstraßen. Die Bullen ziehen ab ihrem
zwölften Lebensjahr oft alleine oder in kleinen Verbänden umher, sind aber
immer in der Nähe von anderen Herden (Eine Ausnahme bildet der Waldelefant, der in
gemischten, aber kleineren Herden unterwegs ist.). Diese bestehen aus Kälbern und
Kühen und werden von einer (meist der ältesten) Kuh geleitet. Sie führt
die Herde auf Wegen, die sie seit ihrer Kindheit kennt und die sich in ihrem ungeheuer
guten Elefantengedächtnis eingeprägt haben. Die Leitkuh muss versteckte
Wasserlöcher und gute Verstecke finden, sie bestimmt die Geschwindigkeit und den
Rhythmus der Reise. Dabei benutzt sie immer wieder die gleichen Wege, die meist von
vielen Herden begangen werden. Entlang dieser "Straßen" finden sich auch immer
wieder Elefantenknochen. Ist die Pflanzenpopulation in einem Gebiet verbraucht, ziehen
die Herden oft hunderte Kilometer weiter, um neue Futterplätze zu finden und
orientieren sich dabei wahrscheinlich an Sonne, Sternen, Mond und Landschaftspunkten. Die
Bullen haben ge-wöhnlich ein noch größeres Gebiet, welches sie
durchstreifen, da sie während ihrer Musth große Strecken zurücklegen um
heiße Elefantenkühe zu finden. Die GeburtWird ein Kalb geboren, bildet die Herde einen Schutzring um die Mutter, während diese einen Sandplatz von Steinen reinigt und aus Ästen ein Nest baut. Da das Kalb wegen der Gefahr vor Raubtieren im Stehen geboren wird, fällt es ungefähr 1,6 Meter tief. Es wird aber oft von einer alten, kinderlosen Kuh mit den Stoßzähnen aufgefangen und sanft zu Boden ge-legt. Zwei alte Kühe helfen auch oft beim Pressen, indem sie sich an die Seiten der Mutterkuh drücken. Ist das Kalb auf der Welt, zieht die Mutter die Embryonalhäute weg und bestäubt das ganze Kind mit Sand um den Schleim zu entfernen. Das Kalb versucht bereits nach 5 Minuten aufzustehen und schafft dieses nach ungefähr 15 Minuten. Nach einer Stunde werden die er-sten Schritte gemacht. Jetzt will das Kalb gesäugt werden, doch die Mutter entzieht sich dem Kalb, da die Milch das Kalb müde machen würde. Die Herde nimmt das Kalb so in die Mitte, dass es von Außen nicht zu sehen ist und zieht sofort weiter. Die Elefanten entfernen sich möglichst weit vom Ort der Geburt, da diese eine geruchliche Explosion in der Savanne er-zeugt hat und sich sämtliche Raubtiere der Umgebung zu diesem Ort aufmachen. Fühlt sich die Herde in Sicherheit, lässt die Mutter ihr Kalb endlich trinken. Ist sie dabei zu groß, denn Elefanten saugen nicht mit dem Rüssel sondern mit dem Mund an den Zitzen, stellt sie sich über einen Termitenhügel und das Kalb kommt bequem an die heißersehnte Milch heran. Die MusthDie Bullen kommen mit 30 Jahren das erste Mal in Musth. Dieser ist am Zustand der Drüse zwischen Auge und Ohr zu sehen, d. h. sie schwillt an und gibt dauernd ein öliges Se-kret ab, das einen feuchten Streifen auf den Wangen der Tiere hinterlässt. Kommt ein Bulle in Musth, verlässt er seinen Bullenverband, da es dort jetzt Streit gibt, obwohl die Bullen alle versetzt in Musth kommen. Der Bulle trompetet oft provokativ und sucht dauernd den Boden nach Spuren von paarungsfähigen Kühen ab. Er hinterlässt selber ständig tröpfelnd eine Harn-spur. Dieser Geruch lockt heiße Kühe aus kilometerweiter Entfernung an. Kommen zwei Bullen gleichzeitig in Musth, kann es zwischen gleichstarken zu Kämpfen auf Leben und Tod kommen. Ist ein Bulle schwächer, wird er von dem stärkeren einfach ignoriert. Der Zustand der Musth dauert bei den jüngeren Bullen ungefähr eine Woche, bei den älteren bis zu vier Monate lang und kann bis zu dreimal im Jahr auftreten, findet aber durchschnittlich einmal im Jahr statt. Soziale Verhältnisse in der BedrängungDie Clans der zusammengehörenden Herden betrugen früher ungefähr 200 Tiere, doch vor dem Ausbruch der massiven Wilderei wurden sogar bis zu 500 Tiere in einem Clan ge-zählt. Es ist Ironie des Schicksals, dass zum Zeitpunkt der bevorstehenden Ausrottung so viele Elefanten wie nie zuvor und danach existierten. Würden die Elefanten einzeln umherziehen, wären sie wahrscheinlich sicherer vor dem Menschen versteckt, könnten aber nicht überleben, da z. B. bei einer Geburt die soziale Gemeinschaft überlebenswichtig ist. Wegen der starken Wilderei ziehen sich die Elefantenherden immer mehr in die Reservate zurück. Hier entsteht jetzt aber eine Übervölkerung, die einen Nahrungsmangel bewirkt. Da die Elefanten täglich riesige Mengen zu sich nehmen, ist die Pflanzenpopulation bald vernichtet. Normalerweise ziehen die Herden jetzt weiter, aber dies ist wegen der Wilderei nicht möglich. Also verhun-gern zuerst die alten und die jungen Tiere, während die mittleren abgemagert alles fressen, was ihnen in den Weg kommt. So nutzen sich die Zähne an Holz und Sand schneller ab und die Elefanten sterben 10 bis 15 Jahre früher. Dies ist eine der natürlichen Regulierungsmaß-nahmen. Die andere ist, dass die Kühe erst später geschlechtsreif werden, bzw. längere Zeit zwischen Geburt und erneuter Befruchtung liegt. Diese dauert dann bis zu 81,1 Monaten. Hier zeigt sich die zu bewundernde Methode der Enthaltung zur Selbsterhaltung. Der sanfte WegDas Sprichwort: "Du bewegst dich ja wie ein Elefant im Porzellanladen" ist ein völlig falsches Vorurteil, welches nur auf der Ansicht der Körpermasse beruht. Elefanten tasten je-den Schritt genau mit ihrem Rüssel ab und könnten ohne auch nur ein Stück zu zerstören durch einen Porzellanladen gehen. Diese gewaltigen Tiere, die ausgewachsen keinen Feind außer dem Menschen haben, zertreten nicht ein einziges Geschöpf, das auf ihrem Weg liegt. Eine Elefantenherde, die von Wilderern gejagt wurde, verletzte keines der Straußenküken, über deren Nest sie flohen. Der Elefant hat eine ganz andere Lebenseinstellung zu anderen Lebewesen, als viele Menschen sie haben. Zurück zum Thema "Verhalten" |